Remscheid: Sponsoren sichern Gedenkstätte

Remscheid : Sponsoren sichern Gedenkstätte

Dank der Unterstützung der Stiftung „Gut für Remscheid“ kann der Ausstellungsbetrieb im „Pferdestall“ weitergehen. Schüler und Historiker forschen weiter über die lokalen Verbrechen während des Nazi-Terrors.

Die Gedenk- und Bildungsstätte „Pferdestall“ bekommt für ihre Ausstellungen und Aktivitäten in diesem und im nächsten Jahr Gelder aus der Stiftung „Gut für Remscheid“. Das gaben am Freitag Hans Heinz Schumacher, Vorsitzender der Vereins, und Frank Dehnke, als Vorstand der Sparkasse zugleich Vorsitzender der Stiftung, bekannt. Das Besondere an dieser Zusammenarbeit fasste Schumacher mit den Worten zusammen: „Die Alten haben das Geld, die Jungen haben die Arbeit.“

Die Stiftung der Sparkasse gründete sich 2013. Sie war die erste dieser Art in Deutschland. Entstanden ist die Idee aus Gesprächen mit Kunden, die nicht genau wussten, was mit ihrem Vermögen auch nach ihrem Tod passiert. „Viele möchten ihrer Heimatstadt etwas zurückgeben, in der sie erfolgreich waren“, sagt Frank Dehnke. Die Bürger, die in die Stiftung einzahlen, können frei bestimmen, zu welchem Zweck die Erträge aus ihrem Vermögen verwendet werden sollen.

Wie Vorstand Bernd Behrendt berichtet, gebe es unterschiedliche Zwecke. Dazu zählt der Blindenverein, die Klosterkirche, das Hospiz oder eine Jugendabteilung im Sport. Hinzugekommen ist nun der „Pferdestall“. Die Stiftung verfügt zurzeit über ein Stiftungskapital von 500.000 Euro. Dehnke zufolge wird es aber in den nächsten Jahren wachsen. Über drei Millionen Euro an Stiftungsgeldern seien bereits zugesagt. Den Vorteil, in die Stiftung „Gut für Remscheid“ einzuzahlen anstatt eine eigene zu gründen, beschreibt Dehnke so: „Wir machen die Bürokratie, der Stifter kann sich um die Wohltaten kümmern.“

2500 Euro fließen in die Kasse des Vereins „Pferdestall“. Der Mühe vieler Schüler und dem Engagement einiger Lehrer des EMA-Gymnasiums ist die Initiative zu verdanken. Sie haben sich gegen alle Schwierigkeiten durchgesetzt, auch in Remscheid einen Ort zu finden, an dem die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse während der Herrschaft der Nationalsozialisten (1933 bis 1945) wachgehalten wird. Während ihrer intensiven Recherchen haben sie Gedenkstätten für den nationalsozialistischen Terror unter anderem in Wuppertal, Köln, Düsseldorf und in der Eifel kennengelernt. Danach stand immer wieder die Frage im Raum: Warum gibt es so einen Ort nicht in Remscheid? In dem ehemaligen „Pferdestall“ des Polizeipräsidiums wurden jüdische Bürger wie Vieh eingepfercht. Von dort aus wurden die Menschen in das Konzentrationslager Dachau deportiert. 280 Menschen umfasste die jüdische Gemeinde vor 1933 in Remscheid. Acht von ihnen haben das Jahr 1945 überlebt.

Die Wanderausstellungen mit den Titeln „Im Schatten der Erinnerung“, „Was damals Recht war“ und „45 Jahre Bürgerrechtsarbeit deutscher Sinti und Roma“ beleuchten einerseits die Praktiken der Nationalsozialisten in Europa, um Juden und andere Volksgruppen zu vernichten. Sie werden andererseits durch Ausstellungen ergänzt, die zeigen, was damals in Remscheid geschah. Schüler und Historiker durchforsten dafür Archive und suchen Zeitzeugen, um Faschismus an konkreten Einzelfällen sichtbar zu machen.

Mehr von RP ONLINE