Stiftung soll Kunstmuseum Solingen retten

Kultur in Solingen : Stiftungskapital soll Kunstmuseum retten

Die Stiftung für das Solinger Kunstmuseum könnte zu einer „Verbrauchstiftung“ werden. Sparkasse bekräftigt Engagement für die finanziell angeschlagene Einrichtung.

Ausstellungen namhafter Künstler und die Förderung junger Kreativer – das Kunstmuseum Solingen an der Wuppertaler Straße ist über 20 Jahre nach seiner Gründung kaum mehr aus dem kulturellen Leben der Stadt wegzudenken. Was nicht zuletzt daran abzulesen ist, dass sowohl die Verwaltung, als auch die Politik in der Klingenstadt augenblicklich darum ringen, das Haus vor dem finanziellen Ruin zu bewahren.

Denn nachdem unsere Redaktion am vergangenen Samstag erstmals über eine drohende Schieflage des Museums berichtet hatte, werden nun Details bekannt, wie eine Insolvenz möglicherweise verhindert werden könnte. So ist in Teilen der Politik – neben anderen Maßnahmen wie Personaleinsparungen – beispielsweise vorgesehen, das Kunstmuseum mit Hilfe einer so genannten Verbrauchsstiftung zu retten.

„Ein solches Konstrukt hätte den Vorteil, uns über die derzeitige Niedrigzins-Phase zu führen“, hieß es am Montag aus Rathaus-Kreisen, wo man sich parallel darüber im Klaren ist, dass diese Option zunächst einmal nur ein wenig Luft verschafft. Denn zum einen müsste die angedachte Umwandlung der bestehenden Stiftung für das Kunstmuseum vonseiten der Aufsichtsbehörde bei der Bezirksregierung genehmigt werden. Und zum anderen würde eine „Verbrauchstiftung“ nichts an den strukturellen Problemen ändern.

Trotzdem könnte eine Neuorganisation eine Art Zwischenlösung sein. Der Plan besteht nämlich darin, das Grundstück des Museums, das sich momentan noch im Besitz einer separaten Verwaltungsgesellschaft befindet, an die Stiftung für das Kunstmuseum Solingen zu übertragen. So würde das Eigenkapital der Stiftung aufgestockt, was es für eine begrenzte Zeit gestatten würde, nicht mehr allein Zinserträge ins Kunstmuseum zu leiten, sondern darüber hinaus auch Gelder aus der nunmehr erweiterten Kapitalausstattung der Stiftung.

Die Stiftung selbst speist sich nicht zuletzt aus Geldern der Stadt-Sparkasse Solingen. Zuletzt wurden die Zuwendungen des Geldinstitutes im vergangenen Jahr erhöht, um eine schon damals im Raume stehende Schieflage im Museum abzuwenden.

„Allerdings war diese Zusatzaufwendung der Sparkasse eine einmalige Hilfe, die jetzt wieder reduziert werden dürfte, so dass wir fortan andere Wege finden müssen“, sagte ein Ratsmitglied am Montag, derweil ein weiterer Solinger Politiker unterstrich, in Sachen Verbrauchsstiftung sei das letzte Worte noch nicht gesprochen. Denn immerhin suggeriere ja bereits das Wort „Verbrauchsstiftung“, dass dieses Konstrukt ebenfalls nur für eine gewisse Zeit tragfähig sei. „. Das lebt vor allem von der Substanz. Wir brauchen aber eine Lösung für das Museum, die dauerhaft trägt“, betonte der Politker.

Was wiederum auch das Bestreben der Stadt-Sparkasse Solingen darstellt. „Das Solinger Kunstmuseum ist eine wichtige Einrichtung in unserer Stadt, die wir in der Vergangenheit gefördert haben und die wir auch in Zukunft unterstützen werden“, versicherte ein Sparkassen-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

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