Ratingen: Kanuten trainieren für Special Olympics

Ratingen : Kanuten trainieren für Special Olympics

An der Helen-Keller-Schule in Ratingen West laufen die Vorbereitungen für die Behinderten-Spiele in Düsseldorf.

west "Ach, das ist ganz einfach", sagt Dominic. Der 15-Jährige sitzt in dem roten Kanu und übt für den großen Auftritt, den sein Team und er in wenigen Wochen haben werden. Dominic ist Kanute: "Ich habe allerdings erst im letzten Sommer angefangen, eigentlich spiele ich Fußball", sagt der Schüler der Helen-Keller-Schule am Scheifenkamp. Zusammen mit den Lehrern Thorsten Assenmacher und Lislott Ibing trainiert das sechsköpfige Team für die Special Olympics, die Mitte Mai in Düsseldorf stattfinden.

"Unsere Delegation wird aus 113 Teilnehmern bestehen. Neben den 14- bis 20-jährigen Sportlern sind auch Betreuer und Begleiter dabei", sagt Schulleiterin Greta Kämmer, die sich besonders darüber freut, dass alle dank eines Sponsors mit neuen Trainingsanzügen inklusive des Schullogos ausgerüstet wurden: "Diesen Anzug bekommen auch alle, die nicht mit nach Düsseldorf reisen werden. Das stärkt natürlich unheimlich das Gemeinschaftsgefühl", so die Schulleiterin, die die Delegation aus der Dumeklemmerstadt anführen wird.

Seit dem Jahr 2000 waren die Westler immer bei den nationalen Wettbewerben vertreten und konnten ihre Schule teilweise sogar bei internationalen Wettkämpfen vertreten: "Unsere Schüler waren in Österreich, den USA, Irland, Japan, Griechenland und sogar in Shanghai", ist Kämmer stolz, die im Mai in Düsseldorf die größte Delegation stellt, die dort an den Start geht.

Zurück in der kleinen Schwimmhalle am Scheifenkamp: Lehrer Assenmacher übt gerade mit der Gruppe das Befreien aus dem gekenterten Kanu: "Das klappt ja schon klasse", lobt er — ein Erfolgserlebnis für die jungen Sportler: "Das Erlernen einer Sportart geht bei uns vor allem über Intuition. Die Technik müssen sie sich im Selbstversuch beibringen und begreifen. Letztlich läuft das alles über Versuch und Irrtum", so Kämmer.

Eine, die die Kanu-Technik perfekt beherrscht, ist Nicole: "Ich freue mich total auf Düsseldorf und will natürlich wieder eine Medaille", erzählt die junge Frau, die die Helen-Keller-Schule auch schon international vertreten hat: "Besonders die Eröffnungsfeiern sind etwas ganz Besonderes", weiß sie.

Da kann Dominic, der wie die anderen in seiner Mannschaft ein DLRG-Schwimmabzeichen haben, noch nicht mitreden, doch er weiß ganz genau, was er will: "Ich würde schon gerne gewinnen und mit Medaillen zurück kommen", sagt er. Und Lasse, schon seit 2010 im Kanu-Team, ergänzt: "Das ist auch gut für die Schule, wenn wir den Menschen zeigen, wie gut wir sind."

Für Greta Kämmer und ihre Kollegen hat der Sport aber auch noch eine ganz andere Bedeutung im schulischen Alltag: "Sport ist ein gutes Mittel, um Schülern, die Verhaltensprobleme haben, Erfolg und Misserfolg sowie ein gewisses Regelbewusstsein beizubringen. Sie beginnen, Ehrgeiz zu entwickeln, und erhöhen außerdem ihre Frustrationstoleranz." Besonders wichtig ist der Schulleiterin aber noch ein anderer Punkt: "Gerade in den Randsportarten sind unsere Schüler oft die Einzigen in ihrem Umfeld, die diese ausüben und auch noch Erfolge verbuchen."

Neben den Kanuten ist die Helen-Keller-Schule vertreten beim Fußball, beim Judo, beim Boccia, beim Reiten und im Inline-Skaten. Für die Schüler, die sich aufgrund ihrer Behinderung nicht in sportlichen Wettkämpfen messen können, gibt es ein wettbewerbsfreies Angebot. Hier bekommen alle Teilnehmer eine Urkunde.

Übrigens werden auch die Daheimgebliebenen einbezogen: Für sie sind unterschiedlichste Sportaktivitäten geplant.

(wol)