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Heiligenhaus: Der Campus ist ein Erfolgsmodell

Heiligenhaus : Der Campus ist ein Erfolgsmodell

Auf dem Campus Velbert/Heiligenhaus (CVH) wurde ein weiterer, großer Meilenstein erreicht: 27 Studierende des ersten Jahrgangs haben die Prüfung bei der IHK mit Erfolg gemeistert. Der erste Teil ihres dualen Studienganges ist damit abgeschlossen.

Bei dieser Kooperativen Ingenieurausbildung fahren die Studierenden nämlich zweigleisig: Sie absolvieren eine verkürzte betriebliche Ausbildung und ein Ingenieursstudium gleichzeitig.

Mit der bestandenen Prüfung haben sie nun den betrieblichen Teil, ihre Lehre, abgeschlossen. Sie sind jetzt ausgebildete Mechatroniker, Fachinformatiker, Werkzeugmechaniker, Industriemechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik oder auch technische Zeichner.

Ihr Studium allerdings wird sie noch zwei Jahre lang auf dem Campus beschäftigen. "Dieses Studium erfordert die ganze Frau, beziehungsweise, den ganzen Mann. Das ist Knochenarbeit", weiß Hochschul-Präsident Professor Martin Sternberg.

In der intensiven Zeit der Vorbereitung für die schwere Prüfung könne das Studium schon mal in den Hintergrund rücken, sagte er bei der feierlichen Ehrung der Studierenden. Er forderte sie auf, auch im weiteren Studienverlauf kritisch zu bleiben: "Auch Professoren wissen nicht alles, hinterfragen Sie und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung."

Der Verein "Schlüsselregion", in dem sich die Firmen der Region zusammengeschlossen haben, ist maßgeblich an der Errichtung des Hochschulstandortes beteiligt. Dies vor allem mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel. Man hofft, die fertigen Ingenieure in den ausbildenden Betrieben und in der Region halten zu können.

Auch Norbert Woehlke, stellvertretender Geschäftsführer aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung der IHK zu Düsseldorf, gratulierte den Pionieren auf dem CVH. "Das ist vergleichbar mit einer Fußball-Weltmeisterschaft, wie sie gerade stattfindet. Gute Platzwarte, die den Boden optimal präparieren, gute Betreuungsmannschaften, die die Spieler vorbereiten und gute Spieler auf dem Platz, die das Tor machen.

Nicht zuletzt aber auch gute Schiedsrichter, die fair sind." Die Schiedsrichter, in Gestalt der IHK Prüfer, machen ihre Arbeit ehrenamtlich. Und dafür warb Woehlke bei den Studierenden gleich mit. "Wir würden uns freuen, wenn Sie sich eines Tages auch dazu entscheiden könnten, ganz auf Augenhöhe, Prüflinge durch die Prüfung zu bringen."

Vielleicht prüfen sie dann bald ihre eigenen Nachfolger, denn Heiligenhaus sei ein außergewöhnlicher Standort, so Sternberg. Er wächst. In den ersten beiden Jahren waren es noch knapp 30 Studierende, die der Campus pro Jahrgang aufnahm.

In diesem Jahr kann diese Zahl verdoppelt werden, 60 Studierende werden im Wintersemester ihr Studium aufnehmen. 2013 erwartet man 100 Studierende. Ausruhen können sich die aktuell Studierenden auch nicht, kommende Woche steht die nächste Klausur an — Werkstoffkunde.

(sade)