Neuss: Kunde von der AOK - langes Warten auf Krankengeld

Probleme mit Krankmeldungen in Neuss: Kunde wartet auf sein Krankengeld

Wolfgang Tigges fehlte die Oktober-Auszahlung. Die Krankenkasse nennt den Grund.

Das war schon ein ganz schöner Schock für Wolfgang Tigges, als er am Anfang des Monats seine Kontoauszüge in der Hand hielt und das Krankengeld seiner Krankenkasse, der AOK, nicht überwiesen war. Tigges arbeitete bis November 2017 in einer Großbäckerei als Fahrer. Dann hatte er zwei Schlaganfälle und ist bis heute krankgeschrieben. Krankengeld bekommt er seit Januar, jeden Monat. Anfang Oktober jedoch nicht.

„Das ist einfach doof, wenn das Geld wegbleibt. Ich habe auch meine monatlichen Ausgaben, und wenn ich das Krankengeld nicht bekomme, bin ich aufgeschmissen”, sagt er. Eine Nachfrage unserer Redaktion bei der Krankenkasse ergab, dass es dort eine digitale Umstellung gegeben hat. „Seit September werden alle Anträge online bearbeitet, heißt der Krankenschein wird in ein Rechenzentrum eingeschickt, dort eingescannt und dann bearbeitet“, erklärt eine Mitarbeiterin der AOK.

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„Für mich war das total neu. Ich habe meine Krankenscheine immer per Post an die AOK geschickt, und nach einigen Tagen war das Geld dann da. Von der Umstellung habe ich nichts gewusst. Ich bin erst darauf aufmerksam gemacht worden, als ich mit der AOK telefoniert habe, weil mein Geld nicht da war”, berichtet er weiter und meint: „Es kann nicht sein, dass solche technischen Umstellungen Nachteile für die Versicherten nach sich ziehen. Und er weiß, er ist nicht der Einzige, der sich sehr gewundert hat. Bekannte aus der Reha, ebenfalls bei der AOK versichert, hätten ebenfalls dieses Problem gehabt.

„Theoretisch sollen nur fünf Werktage zwischen Eingang des Krankenscheins und Auszahlung vergehen“, sagt Isabelle Heller, Pressesprecherin der AOK Rheinland /Hamburg. Und sie fügt hinzu, dass die AOK die lange Wartezeit bei Wolfgang Tigges sehr bedaure, aber dass es gerade in der Anfangszeit der Umstellung zu Problemen und Verzögerungen kommen könne. Man sei aber bemüht, das Problem zu beheben und das Online-System zu optimieren. Sein Geld jedenfalls hat Wolfgang Tigges mittlerweile erhalten.

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