Heimatfreunde Neuss ehren den Sozialdienst katholischer Männer

Heimatfreunde Neuss zeichnen den SKM aus: Auszeichnung für den „Fürsorgeverein“

Im Kulturforum „Alte Post“ nahm Philip Benning, neuer Vorsitzender des Sozialverbands SKM in Neuss, am Samstag die höchste Auszeichnung der Heimatfreunde entgegen — den „Hermann von Hessen“.

„Der Preis ist verdient.“ So kurz und knapp brachte es Philip Benning in seiner Dankesrede an die Heimatfreunde auf den Punkt. Preiswürdig sei in erster Linie „das tägliche Engagement unserer rund 250 Mitarbeiter“, großenteils im Ehrenamt, sagte der im Juli neu gewählte Vorsitzende des Sozialdiensts Katholischer Männer, kurz SKM. Für die langjährige, uneigennützige und „geschlechtersensible soziale Arbeit“ erhielt der christliche Verband am Samstag die Auszeichnung „Hermann von Hessen – Verteidiger der Stadt“,Die Laudatio auf den verband hielt Christoph Napp-Saarbourg.

Ihre höchste Auszeichnung haben die Heimatfreunde benannt nach Hermann von Hessen, der die Stadt Neuss 1474/75 bei der Belagerung durch die Truppen Karls des Kühnen, dem Herzog von Burgund, an der Spitze der Neusser erfolgreich verteidigte. Seit 1990 werden mit ihm Einzelpersonen, Institutionen, Verbände oder Unternehmen für uneigennütziges Engagement ausgezeichnet. Der Preis besteht aus zwei Teilen, einer Bronzestatuette von Hermann von Hessen, „dem Friedsamen“ des 2016 verstorbenen Kölner Künstlers Elmar Hillebrand, sowie einer Urkunde. Die Vergabe erfolge nicht jährlich, sondern meist anlass-bezogen, erklärte Anne Holt, die stellvertretende Vorsitzende der Heimatfreunde. Schon 2006 erhielt ihn das weibliche Pendant zum SKM, der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). „Mit der Auszeichnung des SKM würdigen wir auch die Vorstandsarbeit von Klaus Karl Kaster“, sagte Holt. Nach 15 Jahren an der Spitze des SKM war er verabschiedet worden.

Dass sich die Heimatfreunde für den SKM als 23. Preisträger entschieden, habe weitere Gründe, bemerkte Napp-Saarbourg. „Wie Hermann von Hessen beschützt der SKM mit seinem Engagement seit vielen Jahrzehnten die Stadt und ihre Werte“, erklärte er den Gästen im Kulturforum Alte Post, darunter der Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe, Landtagsabgeordneter Jörg Geerlings, die stellvertretenden Bürgermeister Sven Schümann und Gisela Hohlmann sowie Heinz-Günter Hüsch, Ehrenvorsitzender der Heimatfreunde.

  • Neuss : SKM als Stabilitätsfaktor gelobt

Als Fürsorgeverein für „Männer am Rande des Gesellschaft“ – Gefangene, Trinker, Einsame, Verlassene –  wurde der Neusser Ortsverband des SKM 1925 ins Leben gerufen, erklärte Napp-Saarbourg. Heute werden die speziellen Männerangebote durch den „sozialen Stützpunkt im Süden der Stadt“ ergänzt — durch Kinder- und Jugendarbeit, Streetwork, Lotsenpunkte für Senioren und zahlreiche weitere Projekte, die „zum sozialen Frieden und einer stabilen Großstadt beitragen“, erklärte der Laudator.

„Jeder einzelne unserer Mitarbeiter ist ein Verteidiger der Stadt“, bemerkte Benning. „Nun würdigt nicht nur die Fachwelt, sondern auch die Stadt Neuss unser Engagement. Diese gesellschaftliche Anerkennung tut gut“, fügte Geschäftsführer Franz Beering-Katthagen an. Trotz der Ausweitung der Stadtteilarbeit in Erfttal und Derikum bleibe die Männerarbeit Schwerpunkt des SKM Neuss, sagte Benning. Angedacht sei etwa ein Projekt für Männer ohne Wohnsitz. „Männer brauchen spezielle Unterstützung“, erklärt Benning. Etwa in Trennungssituationen, bei beruflichen und finanziellen Schwierigkeiten oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „In  persönlichen Lebenskrisen, die sich Männer nur schwer eingestehen, helfen wir. Das kommt letztendlich auch den Frauen zugute.“

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