Neuss: Die Bibel - gelesen von A bis Z

Neuss : Die Bibel - gelesen von A bis Z

Rosellerheide (ki) Den ersten Advent und damit den Beginn des neuen Kirchenjahres mit einem Gottesdienst und einer Bibellesung zu beginnen, ist eigentlich nicht weiter ungewöhnlich - es sei denn, das Ganze dauert über 80 Stunden. Zum dritten Mal nach 1992 und 1999 beginnt morgen um 6.30 Uhr in der Trinitatiskirche in Rosellerheide eine Bibellesung.

Rosellerheide (ki) Den ersten Advent und damit den Beginn des neuen Kirchenjahres mit einem Gottesdienst und einer Bibellesung zu beginnen, ist eigentlich nicht weiter ungewöhnlich - es sei denn, das Ganze dauert über 80 Stunden. Zum dritten Mal nach 1992 und 1999 beginnt morgen um 6.30 Uhr in der Trinitatiskirche in Rosellerheide eine Bibellesung.

Organisiert hat sie Pfarrer Hermann Schenck, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Gladbach-Neuss: "Die Lesung ist ein einziger Gottesdienst, sie wird liturgisch eröffnet und beschlossen."

Von "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde" (1. Mose 1,1) bis "Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. - Amen, ja, komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!" (Offenbarung des Johannes 22,20-21) werden mindestens 225 Frauen und Männer, aber auch Kinder und Jugendliche nicht nur ausgewählte Stellen, sondern die gesamte Bibel in der Übersetzung Martin Luthers lesen.

1999 dauerte die Lesung 84 Stunden. Gelesen wird im Viertelstundentakt mit fließenden Übergängen ohne Pause Tag und Nacht. Beteiligen wollen sich evangelische, katholische, altkatholische Christen und Mitglieder der Freikirche. Mit dabei sind auch Kreisdechant Monsignore Guido Assmann, Oberpfarrer an St. Quirin, und - am Samstag, 17 Uhr - Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

"Manche, die sich angemeldet haben, waren bereits bei den Lesungen 1992 und 1999 dabei", sagt Schenck, der den besonderen Start ins neue Kirchenjahr alle sieben Jahre wiederholen möchte. Er hofft auf viele Zuhörer, "die einfach mal kommen und 'reinhören".

Die Lesungen in der Vergangenheit hätten gezeigt, dass Lesende und Besucher manche Überraschung erleben könnten: "Mal passt eine Bibelstelle wie zufällig genau zur aktuellen, persönlichen Lebenssituation, mal sind es allgemein weniger bekannte Bibelpassagen, die Interesse wecken", sagt Schenck. Selbst regelrechte Kriminalgeschichten seien in der Heiligen Schrift zu entdecken. Jeder Leser macht seine eigene Erfahrung mit dem Bibeltext, den er liest.

Vorbereiten können sich die Leser übrigens nicht, weil sie nur eine bestimmte Zeit mitgeteilt bekommen und sich demnach von dem Text überraschen lassen müssen, der zu dieser Zeit gerade drankommt. So kam es bereits vor, dass manche ihren Konfirmations- oder Trauspruch lasen oder sich in einer für sie belastenden Krisensituation konkret angesprochen fühlten.

Wichtig für die Mitwirkenden ist, dass sie durch ihr Engagement dazu beitragen, dass das ganze Unternehmen gelingt und die Kette der Leser bis zum Ende nicht abreißt. Dies motiviert dann auch viele, sich den Wecker zu stellen, sogar zu nachtschlafener Zeit aufzustehen und sich auf den Weg zur Kirche zu machen.

Zu jeder Zeit können Menschen von morgen bis Sonntag zur Trinitatiskirche kommen und zuhören. Der Raum wird ausschließlich vom gesprochenen Wort der Bibel erfüllt sein. Ein besonderes Ereignis ist der abschließende Gottesdienst am Sonntag, 1. Advent, der voraussichtlich zwischen 20 Uhr und 20.30 Uhr beginnen wird. Nach dem letzten gelesenen Vers setzt die Orgel ein und es sind in der Regel die meisten Leser und viele andere Gemeindeglieder versammelt. Anschließend gibt es noch einen Ausklang mit Essen und Trinken.

(NGZ)
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