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Vogelsang: Der grüne Norden

Vogelsang : Der grüne Norden

Die Familie Düllbeck lebt in einer Eigentumswohnung. Doch am liebsten sind Thomas und Nicole, Till und Nils in ihrem kleinen Schrebergarten direkt nebenan. Dort wird gefeiert, gespielt, geerntet, gelacht, also kurz: gelebt.

Im Laden gegenüber gibt es Obst und Gemüse, doch das Ehepaar Düllbeck setzt auf Eigengewächse nebst Vogelgezwitscher und Bäumerauschen. Die Düllbecks haben einen Schrebergarten, der nicht nur den Kindern als Spielplatz dient, sondern der gesamten Familie zum Wohnen im Grünen. In der Parzelle 27 ist Party angesagt: Till wird acht und jede Menge Kinder feiern mit ihm. Das große Trampolin und die Rutsche sind ständig besetzt und das Geschrei ist groß, als Vater Thomas Düllbeck bei der Hitze die Rasselbande mit dem Rasensprenger nass macht. Am Abend gibt es Würstchen mit Pommes: Im Schrebergarten der Familie lässt es sich gut feiern. Auch die Erwachsenen sitzen hier gern zusammen. Vor allem an lauen Sommerabenden.

Seit fünf Jahren nutzen Thomas (37) und Nicole Düllbeck (36), Till (8) und Nils (2) ihr 400 Quadratmeter großes Refugium in der Schrebergartenkolonie "Vogelsang". Zwar haben sie sich in der Nähe in einer Eigentumswohnung eingerichtet, doch das richtige Leben, das gibt es für sie vor allem im Grünen. "Wir hatten trotz Eigenheim der Eltern keinen Bezug zum Schrebergarten. Dieser Begriff war für uns junge Leute eher ein Seniorenklischee. Doch als die Parzelle frei wurde, haben wir nicht lange überlegt", erzählt Thomas Düllbeck. Ihre Entscheidung haben sie nicht bereut. Mutter Erika: "Die Kinder sehen, dass Himbeeren. Brombeeren, Erdbeeren, Tomaten und Paprika nicht nur aus dem Supermarkt kommen und mein Mann spricht ganz begeistert von seine Frühkartoffeln, die zum Gegrillten prima schmecken." Für Vater Thomas ist der Garten die reinste Erholung, auch wenn er nicht stillsitzen kann und ständig etwas zu werkeln hat. Das kennen Schrebergärtner: Der Rasen braucht Pflege, Sonnenschirme müssen gereinigt werden, das Törchen quietscht und am kleinen Haus ist ständig was nachzubessern. Da kommt der Rat der Nachbarn oft gelegen. "Wir haben eine tolle Gemeinschaft hier. Einen Tipp können wir immer brauchen. Und gesellig ist es auch, wenn wir bei uns oder am Treff mal ein Bier zusammen trinken und den lauen Abend genießen", sagt Nicole Düllbeck.

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Vogelsang ist eine besonders beliebte Wohngegend in Neuss. Nicht zuletzt der stetige Ausbau der Infrastruktur und die Modernisierung und Pflege öffentlicher und privater Einrichtungen sind Indiz dafür, dass sich die Menschen wohl fühlen. Die gelungene Mischung aus gepflegten Altbauvierteln und modernen Neubausiedlungen prägt hierbei den besonderen Charakter. Die Häuser wurden von der Neuen Heimat, dem Neusser Bauverein, Immobilienunternehmen oder Bauträgern, aber auch von Einzelbauherren errichtet.

Und Vogelsang wächst weiter: Ein ganz neues Wohngebiet mit vielen Eigenheimen ist mit der Bezeichnung Am Nehringhof entstanden. Einen Superlativ gibt es: Auf einem 10 000 Quadratmeter umfassenden das Areal nahe der Bolssiedlung zwischen Bataverstraße und Niederdonker Weg entsteht das aktuell größte zusammenhängende Villenviertel in Neuss. Und immer noch gibt es Angebote zahlreicher Unternehmen für einen günstigen Hausbau, für Eigentumswohnungen, fürs Kaufen oder fürs Mieten.

Viele kirchliche und städtische Einrichtungen leisten für die Bewohner von Vogelsang wertvolle Arbeit, etwa der Jugendclub Vogelsangstraße 55 (JVC): Neben seiner Funktion als Jugendfreizeitstätte mit einem offenen Raum- und Kommunikationsangebot bietet der Jugendclub individuelle Beratung zur Bewältigung von Alltagskonflikten, sowie Hilfen für Schüler an. Das zeigt: Vogelsang hält zusammen — nicht nur in Düllbecks Schrebergartenanlage.

(Rolf Hoppe)