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Neuss: Dusend-Platz übergeben

Neuss : Dusend-Platz übergeben

Am Königsehrenabend übergab die Bruderschaft den Hermann-Josef-Dusend-Platz an der Neusser Weyhe. Im Herzen der Furth gelegen, spielt er eine wichtige Rolle im Ablauf des Schützenfestes.

Alles war irgendwie stimmig. Der Ort, an dem die Further Schützen antreten, um zur Ermittlung des neuen Königs zur Vogelstange zu marschieren, erhielt offiziell am Königsehrenabend seinen neuen Namen: Hermann-Josef-Dusend-Platz. Sogar der heftige Regenschauer, der niederging, gerade als Schützenpräsident Rolf Stein die vielen Gäste und Zuschauer begrüßte, passte da ins Bild. "Das war das Wetter meines Mannes", sagt Kitty Dusend mit Hinweis auf den völlig verregneten Königsschuss im Jahr 1992, als der Vorbeimarsch sogar im Festzelt stattfinden musste.

 Dirk und Marina Mainz.
Dirk und Marina Mainz. Foto: Andreas Woitschützke

Familie, Freunde, berufliche und politische Weggefährten hatten sich an dem kleinen, verkehrsumtosten Platz an der Ecke Venloer Straße/Neusser Weyhe am Eingang zur "Birkenallee" eingefunden, um den ehemaligen Caritasdirektor, ehrenamtlichen Landrat und Präsidenten der St. Sebastianus Schützenbruderschaft zu ehren. Und natürlich die Further Schützen, die ihm immer besonders am Herzen lagen. Freundlich und respektvoll jedem gegenüber, herzlich und menschlich, eine Leitfigur für christliches Denken und Nächstenliebe: So beschrieb Rolf Stein den "Vater des Neusser Nordens", wie der gebürtige Korschenbroicher Dusend in seiner Wahlheimat auch genannt wurde.

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"Dä hätt sech öm de Lück jekömmert!" - "Er hat sich um die Leute gekümmert!", solle einmal über ihn gesagt werden, so hatte es sich Hermann Josef Dusend gewünscht. Das Zitat selbst findet sich auf dem niedrigen Sitzstein neben der fast drei Meter hohen Stele aus naturbelassenem heimischem Basalt, die für den aufrechten, geradlinigen Menschen Dusend steht. Die Säule, die neben den Namenszug die Lebensdaten Dusends trägt, ist als Vieleck gearbeitet — ein Hinweis auf das vielfältige Wirken des Geehrten. Der Sitzstein in Form eines Hauses wiederum symbolisiert Heimat und Geborgenheit. Künstler Fritz Meyer hat sich bei der Gestaltung nicht zuletzt vom Grabstein Dusends inspirieren lassen.

Der Regen hatte nachgelassen, als Josefspfarrer Hans-Günther Korr in seiner Eigenschaft als Präses der Further Bruderschaft Kunstwerk und Platz einsegnete. Dass er ausgerechnet eine Passage aus dem Matthäus-Evangelium als Lesung gewählt hatte, in der von Platzregen und Wasserfluten die Rede ist, die dem auf Felsen erbauten Haus jedoch nichts anhaben können, fügte sich dann wiederum ins Große und Ganze einer würdigen Feier. Die fand ihren Abschluss in Serenade und großem Zapfenstreich des Tambourcorps "In Treue fest" und der Kapelle "Frohsinn Norf".

(NGZ)