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Neuss: CDU versucht Analyse der Stimmverluste

Neuss : CDU versucht Analyse der Stimmverluste

Rosen wehrt sich gegen Schuldzuweisungen. Wahlergebnis bleibt ohne personelle Konsequenzen.

Sebastian Rosen hat wenig Lust, den Sündenbock der CDU zu geben. Im Parteivorstand am Montag wurde der Stadtverordnete noch in Abwesenheit für das schlechte Abschneiden der CDU mitverantwortlich gemacht, tags drauf, beim ersten Treffen der Neugewählten, rempelte ihn jeder Dritte mit diesem Vorwurf an. Das sei zuviel der Ehre, gibt Rosen ironisch zurück. Nicht seine kurz vor der Kommunalwahl geäußerten Ambitionen als Bürgermeisterkandidat oder die "Halbmonddebatte" um die Verwendung türkischer Symbole auf CDU-Wahlkampfmaterialien hätten die CDU am Ende Stimmen gekostet, sondern ein selbst gemachtes Problem: "Wir sind nicht mehr bei den Menschen." Dort, wo sich Stadtverordnete der Sorgen ihrer Mitbürger annehmen, das zeige die Analyse des Ergebnisses, seien gute Ergebnisse eingefahren worden.

In der ersten Bewertung hatte Parteichef Jörg Geerlings vor allem vom "Faktor Rosen" gesprochen, wohl wissend, dass das zu kurz gegriffen ist. Im Parteivorstand wurde die Debatte schon sachlicher geführt. Der Flop mit den Lehrerparkplätzen, die Debatte um den Verkauf der Internationalen Schule oder den Bauverein - "es gab viele kleine Themen, die reingehauen haben", sagt er. Verstärkt wurde dieser Effekt durch den Negativtrend für die CDU im Rhein-Kreis, schlechte Eregbnise vor allem in Weckhoven, das außergewöhnliche Resultat des FDP-Kandidaten Verfürth in Grefrath oder die schlechte Wahlbeteiligung in der CDU-Hochburg Erfttal. "Da sind schnell zwei bis drei Prozent zusammen", sagt Geerlings.

Die Aufarbeitung der Wahl habe mit dieser Bewertung erst begonnen, betont die Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann. Personelle Konsequenzen aber hat die Wahlniederlage (noch) nicht zur Folge. Koenemann wird kommenden Montag für den Fraktionsvorsitz kandidieren - ein Gegenkandidat ist nicht in Sicht - und würde weiter gerne mit Anne Holt und Ingrid Schäfer als "Vize" zusammenarbeiten. Weil die Fraktion andererseits jüngere Politiker im Vorstand wünscht, wird die Zahl der Vize-Vorsitzenden vermutlich erhöht.

(NGZ)