1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Container-Kita bezieht jetzt ihren Neubau

Neuss : Container-Kita bezieht jetzt ihren Neubau

Die Kita "Lebendiges Haus" muss nicht länger im Container bleiben. Sie zieht im Barbaraviertel in den benachbarten Bauvereins-Neubau um.

Die neue Kita im Barbaraviertel ist für Sozialdezernent Stefan Hahn nicht einfach nur ein Kindergarten: "Das ist ein Leuchtturmprojekt für diesen Stadtteil", sagt er. Denn das Quartier gilt als sozial schwach, der Anteil der Arbeitslosen ist hoch, viele Menschen beziehen Hartz IV, hinzu kommt ein hoher Ausländeranteil. "Deswegen ist es wichtig, dass hier bald mehr passiert als nur Kinderbetreuung", sagt Hahn, der die neue Einrichtung gestern gemeinsam mit Vertetern des Bauvereins an Kita-Leiterin Andrea Maccioni übergab.

"Nach so vielen Jahren als Container-Kita wird das für uns ein ganz toller Neustart", sagt die Erzieherin, die mit dem Träger, dem Evangelischen Verein für Jugend und Familienhilfe, noch viel vorhat. Nicht nur, dass die Zahl der Gruppen von drei auf fünf steigt und künftig 93 statt bislang 65 Kinder betreut werden können. "Wir wollen uns auch als Familienzentrum zertifizieren lassen, um im Barbaraviertel als sozialer Treffpunkt zu fungieren", erzählt Maccioni. Sie war mit ihren Kollegen bislang auf dem Gelände der ehemaligen Barbaraschule untergebracht, wo vor knapp sechs Jahren der Kita-Container als "Provisorium" aufgestellt worden war. Ob der nun tatsächlich abgebaut wird, lässt die Stadt offen: "Das werden wir in den kommenden Wochen entscheiden, wenn wir den Bedarf für das kommende Kita-Jahr genau abschätzen können", sagt Sozialdezernent Hahn. Für die neue, moderne Kindertagesstätte ist die Nachfrage jedenfalls gewaltig: "Alle Plätze sind belegt", sagt Andrea Maccioni.

  • Stadtführung in Neuss : Hinter den Türen des Schützen-Glockenspiels
  • Scooper aus Neuss bei der „Höhle der Löwen“ : Der neue „Energie-Lieferant“ aus Neuss
  • Stadtteile im Überblick : Wo Sankt Martin durch Neuss zieht

Die Kinder kommen nicht nur aus dem Barbaraviertel. Der Neubau zieht Familien aus ganz Neuss an, auch weil es dort 28 Plätze für Kinder bis drei Jahren gibt. "Wir haben hier zwar eine Insellage, die für den Stadtteil oft ein Nachteil ist, liegen aber dennoch zentral", sagt Andrea Maccioni. Sie ist im Barbaraviertel aufgewachsen und fühlt sich dem Stadtteil verbunden, setzt sich ein für eine positive Entwicklung des Quartiers. Für viele Eltern, die mit dem Auto kommen, sei das Barabaraviertel der ideale Standort, um die Kinder betreuen zu lassen. "Auf dem Weg zur Arbeit kann man schließlich schnell hier vorbeikommen", sagt Maccioni schmunzelnd.

Nach Pfingsten sollen die Kinder in den Neubau einziehen, den der Grevenbroicher Architekt Markus Schmale entworfen hat. Der hat - typisch für ihn - ein klassisch-modernes Gebäude gestaltet, außen weiß und innen mit einem Farbkonzept, für das vor allem Pastellfarben verwendet wurden. Klare Formen dominieren - "schließlich soll das Haus auch in 30 Jahren noch modern wirken", sagt Schmale. Während sich im Innenbereich die Räume um eine zentrale Treppe gruppieren, was den Kindern die Orientierung erleichtern soll, ist draußen die Rollerbahn das Highlight. Auch ein Fußballfeld wird angelegt, und die ersten Spielgeräte stehen schon im Sandkasten. "Ein himmelweiter Unterschied zu dem, was wir jetzt haben", sagt Kita-Leiterin Maccioni. "Die Kinder werden riesengroße Augen machen."

(NGZ)