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Neuss: Trainerinnen bringen Hund und Pferd zusammen

Neuss : Trainerinnen bringen Hund und Pferd zusammen

Zwei Neusserinnen bieten eine Ausbildung zum Reitbegleithund an. Hunde lernen hier, mit Mensch und Pferd Gassi zu gehen,

Pferd und Hund, dass passt nicht immer gut zusammen. Dabei können beide gut miteinander auskommen, wenn sie aneinander gewöhnt sind und die nötigen Kommandos ankommen. Eine Ausbildung zum Reitbegleithund bieten jetzt die zwei Neusserinnen Simone Siepe und Dagmar Gutzmer an, die sich mit ihrem jeweiligen Wissen zusammengeschlossen haben.

"Kennen gelernt haben wir uns über meinen Hund Dana", erzählt Simone Siepe. Sie ist Tierheilpraktikerin mit dem Schwerpunkt Pferd. Als sie ihren neuen Hund aus dem Ausland bekam, lief es nicht mehr so, wie sie es im Zusammenspiel zwischen Pferd und Hund gewohnt war.

Dagmar Gutzmer, konnte mit ihrem Know-How als Hundeverhaltenstherapeutin helfen. "Dana war sehr ängstlich in der Nähe des Pferdes und fühlte sich bedroht. Die Angst konnten wir abbauen, und inzwischen funktionieren die beiden prima zusammen", erklärt Gutzmer. Aus dem guten Kontakt der beiden Tierexpertinnen entstand die Idee, in einem gemeinsamen "Institut für Bildung, Mensch und Tier" das gesammelte Wissen an andere Pferde- und Hundebesitzer weiterzugeben. Viele Reiter haben ebenfalls einen Hund, der aber meist zu Hause bleiben muss, wenn es zum Pferd geht. Da setzt die Ausbildung zum Reitbegleithund von Simone Siepe und Dagmar Gutzmer an. An erster Stelle steht dabei der Sicherheitsgedanke. Denn es kommt schnell zu brenzligen Situationen beim Ausritt, wenn das Pferd nervös wird, der Hund auf kein Kommando mehr hört und der Mensch auf dem Pferd nicht mehr Herr der Lage ist.

Die Ausbildung beginnt beim Hund. Der lernt, in der Nähe des Pferdes ruhig zu bleiben, "bei Huf" zu gehen und die Kommandos auch zu akzeptieren, wenn sie von einer Etage über ihm kommen. "Die wichtigen Kommandos wie ,bei Fuß' und ,Sitz' sollten natürlich schon vorhanden sein", erklärt Dagmar Gutzmer. Sie kann sich vorstellen, dass grundsätzlich jeder Hund ein Reitbegleithund werden kann. Wichtig sei eine solide Grundausbildung und die Bereitschaft zur Arbeit. "Ich erlebe immer wieder, dass die Tiere regelrecht aufblühen, wenn sie eine Aufgabe bekommen."

Im Grund- und Aufbaukurs lernen die Tiere erst einmal mit dem Ausbildungspferd Romi von Simone Siepe. Die Stute ist gelassen, auch wenn gleich mehrere Hunde um sie herum tollen. Der zweite wichtige Bereich der Arbeit der beiden Tierexpertinnen bezieht sich auf die Arbeit mit den Besitzern, denn die müssen zwischen den Trainingseinheiten mit den Tieren weiter üben. Erst im letzten Schritt kommen Hund und Pferd wieder zusammen, damit das, was mit der ruhigen Stute Romi auf der Übungswiese in Hülchrath klappt, auch mit dem jeweiligen Pferd des Besitzers funktioniert.

Das An- und Ableinen des Hundes steht ebenfalls auf dem Programm, schließlich kann der Reiter nicht immer absteigen. Also muss der Hund zum Herrchen kommen. Mit dem Pfoten an Steigbügel und Schuh des Reiters funktioniert das gut, ohne dass das Pferd gekratzt wird. Kleinere Hunde müssen dann auch mal auf den Rücken des Pferdes springen. "Ein kleiner Terrier schafft das locker", erklärt Simone Siepe. Wo der Weg für beide Tiere zu eng wird, kann der Hund voraus geschickt werden - ungewohnt für einen Hund, der sonst beim Spaziergang das Herrchen nah bei sich hat. Wenn Mensch, Pferd und Hund gut miteinander harmonieren, steht einem ausgedehntem Ritt mit Hund an der Seite nichts mehr im Wege, sind Gutzmer und Siepe sicher.

(NGZ)