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Neuss: Alunorf baut Reyclingsparte aus

Neuss : Alunorf baut Reyclingsparte aus

Das Recycling-Zentrum für Aluminium-Schrott bekommt eine zweite Schmelze und steigert die Jahresproduktion auf 100 000 Tonnen. Investor ist der US-Konzern Novelis. Im November soll der neue Ofen in Betrieb gehen.

Bei Alunorf wird investiert. Rund 13 Millionen Euro steckt der US-amerikanische Konzern Novelis, der nach eigenen Angaben weltweit größte Hersteller von Aluminium-Walzerzeugnissen, in den Bau eines zweiten Ofens für das Recycling-Zentrum am Standort des weltweit größten Aluminium-Walzwerkkomplexes. Das verdoppelt die Kapazität dieser Schmelze, die aus Alu-Schrott den Ausgangsstoff für neue Produkte gewinnt, auf 100 000 Tonnen jährlich, schafft 18 neue Arbeitsplätze und macht den Standort insgesamt krisenfester.

"Eine gute Nachricht", kommentiert denn auch Andreas Galland. Denn das Recycling-Center sei der Teil des Unternehmens, so der Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, der "am wenigsten von den Gefährdungen für den Standort betroffen ist". Die können sich nicht zuletzt aus den hohen Energiekosten ergeben, wie ein Blick auf das gegenüberliegende Rheinwerk von Norsk Hydro zeigt. Dort wurden die Öfen, in denen mit einem Energieaufwand von 13,5 Megawatt Strom je Tonne Primäraluminium hergestellt wird, zu einem großen Teil heruntergefahren. Die Zukunft – ungewiss. Und das seit beinahe zwei Jahren.

Anders beim Recycling, bei dem das Aluminium mit einem Bruchteil der Energie aufbereitet wird. "Ein neues und wichtiges Standbein", nennt Thomas Geupel, kaufmännischer Leiter bei Alunorf, deshalb das Recyling-Zentrum.

Im November 2009 wurde die erste Schmelze zur Aluminium-Rückgewinnung in Betrieb genommen. Bauherr und Investor: Norsk Hydro, zur Hälfte Besitzer von Alunorf. Schon damals bestand die Absicht, diesen Unternehmensteil in Schritten auszubauen. "Wenn wir die Krise durchschritten haben", sagte damals Unternehmenssprecher Michael-Peter Steffen. Der Zeitpunkt scheint gekommen. Die Konjunktur zieht weltweit wieder an, die Nachfrage nach Aluminium steigt – und Novelis, zweiter Besitzer der Aluminium Norf GmbH, investiert. Und auch die zweite Ausbaustufe für das Recycling-Zentrum muss nicht die letzte sein. "Wir sehen noch Reserven", sagt Geupel.

Mit dem Bau des zweiten Mehrkamer-Schmelzofen wurde schon begonnen. In ihm will Novelis Aul-Schrott aus eigenen Werken und auch aus Fertigungsanlagen von Kunden aus ganz Europa verarbeiten. "Investitionen dieser Art bedeuten nicht nur Vorteile für die Umwelt", erklärt Novelis Europa-Chef Tadeu Nardocci mit Blick auf eine unendliche Wiederverwertbarkeit von Aluminium, "sondern auch eine wichtige Nachschubquelle für den Metallbedarf von Novelis". Die Schmelze bei Alunorf ergänze die Spezial-Recyclinganlage für Aluminiumdosen von Novelis im britischen Warrington, die dazu beiträgt, "die Recyclingrate für gebrauchte Getränkedosen in Europa" weiter zu erhöhen.

Weiterverarbeitet wird der neue Rohstoff bei Alunorf, dem mit 2100 Beschäftigten größten Arbeitgeber in Neuss.

(NGZ)