Neuss: 158 Wirte locken mit Außengastronomie

Neuss : 158 Wirte locken mit Außengastronomie

Die Zahl der Biergärten, die Heinz Reinartz bei seinen Touren mit Gästen durchstreifen kann, wächst. Ganz Neu: "Dom" und "Schwan".

Die Neusser sitzen gerne draußen. Darauf richtet sich die Gastronomie in der Stadt ein und ersinnt immer neue Formen, um ein paar Plätze unter freiem Himmel anbieten zu können. So kommt es, dass zwar einerseits die Zahl der Betriebe rückläufig ist, andererseits die Zahl von 158 "Open-air"-Konzessionen, die die Stadt in diesem Jahr erteilt hat, weiter auf Rekordniveau bleibt.

Einen Überblick über die Szene hat Heinz Reinartz. Als er es vor gut 35 Jahren leid war, wenn Bekannte allein Düsseldorf und seine Altstadt als lohnendes Ziel für einen Gastronomie-Ausflug anpriesen, begann er damit, geführte Kneipenbummel durch Neuss zu organisieren. Erst im Auftrag der Stadt, inzwischen koordiniert von Neuss-Marketing. Gestern war er in den Kneipen unterwegs, im Hochsommer streift er allerdings mit seinen Gruppen auch durch die Biergärten.

Seine Lieblings-Biergärten in der Stadt sind das Mauerwerk am Hamtorplatz – "ein schöner Platz mit seinem Brunnen, der zudem den ganzen Tag in der Sonne liegt" –, am Dorint-Hotel – "mitten im Park" – und der an der "Alten Post". Als Ausflugsziele außerhalb des Stadtkerns nennt er den Reuterhof in Grimlinghausen, findet aber die Rheinterrasse in Uedesheim noch schöner. Beide locken zwar mit Rhein-Blick, doch den von der Rheinterrasse nennt Reinartz ungleich imposanter. Und sein Geheimtipp? "Bütter 9. Ein wunderbarer Garten, den kaum einer kennt", kommt es wie aus der Pistole geschossen.

Diese Liste könnte sich im kommenden Jahr schon anders anhören, denn ab dem 1. Mai darf Wirt Karl Kehrmann von der Gaststätte "Im Dom" auch Außengastronomie betreiben. Ein bayerischer Biergarten soll es werden, in den die Besucher ihr Essen mitbringen dürfen. Der Spielplatz am Busbahnhof Zollstraße wird dafür um gut die Hälfte verkleinert und umgestaltet, die Glastrennwände zur Bustrasse durch einen Zaun ersetzt. Alles steht – bis auf ein Detail. Weil Strom- und Wasseranschluss für den Ausschank-Pavillon noch gelegt werden müssen, wird sich der Saisonstart an der Promenade verzögern.

Auch der beantragte Biergarten auf dem Freithof wird erst später in der Saison eröffnet. Betrieben wird er von Martin Rapp, der in dieser Woche zunächst das "Schwan" im alten Commerzbank-Gebäude eröffnet hat und die Zahl der Außenmarkt-Gastronomie auf dem Markt vergrößert. Dort mache jeder gute Geschäfte, sagt Experte Reinartz: "Manchmal ist es schwer, überhaupt einen Platz zu bekommen."

Dass Außengastronomie eine Ganzjahresveranstaltung sein kann, hat wiederum Susanne Schoepe erkannt. Ihr "Sonnendeck" an der "Hafenliebe" ist dank gläsernem Windschutz auch ein Wintergarten.

(NGZ)
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