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Neukirchen-Vluyn und der Ärger mit dem Vandalismus an der Halde Norddeutschland

Neukirchen-Vluyn und der Ärger mit dem Vandalismus an der Halde Norddeutschland : Die dunklen Stellen der Himmelstreppe

359 Stufen und 52 Höhenmeter sollten so erleuchtet sein wie auf dem Foto. Doch Vandalen zerstören das Licht immer wieder. Ein ärgerliches Problem.

Der Weg nach oben hat seine dunklen und gefährlichen Stellen. Das ist auf der Himmelstreppe hinauf zur Halde Norddeutschland auch nicht anders als im richtigen Leben. So makellos und ideal ausgeleuchtet wie auf unserem Foto hat seit mehr als zwei Jahren niemand mehr die 359 Stufen gesehen. Denn die LED-Lichter, von denen vor allem die Netzpoeten auf den Webseiten des Regionalverband Ruhr schwärmen, wurden seit langer Zeit nicht mehr erneut. Sie wurden von anonymen Vandalen zerstört. Bei der Bürgerversammlung vor einigen Tagen in Rayen machten mehrere Bürger ihrem Unmut über die Zwangsschatten auf der Himmelstreppe sehr deutlich Luft. Denn die Halde Norddeutschland ist immerhin die prominenteste Landmarke der Stadt.

Da stört es die Bürger schon, wenn das Rathaus nun schon zum zweiten Mal an Silvester eine lapidare Warnmeldung herausgibt: Achtung, wer den Raketenzauber von der Haldenspitze aus sehen möchte, muss sich auf einen nicht ungefährlichen Aufstieg einstellen. Es kann glatt sein, Es wird ganz sicher nicht überall das notwendige Licht leuchten.

„Wir als Stadt Neukirchen-Vluyn haben die Verkehrssicherungspflicht für die Halde übernommen, die dem Regionalverband Ruhr, RVR, gehört“, erläuterte Bürgermeister Harald Lenßen den Bürgern den Sachverhalt. Warum der eine besitzt und die Stadt die Verantwortung trägt – also auf Ärger und Kosten sitzenbleibt, konnte Lenßen nicht bis zu Ende erklären: „Dies wurde bereits vor meiner Amtszeit entschieden.“

Die zwischen 30 und 60 Zentimeter hoch über dem Boden schwebende Treppe zieht neben Joggern, Drachenfliegern, Gleitschirm-Piloten, Fotografen und Fernblick-Enthusiasten auch Zeitgenossen an, die sich vor allem daran erfreuen, Dinge kaputt zu machen. In diesem Fall: die Beleuchtung der Himmelstreppe. „Jede Reparatur kostet einen vierstelligen Betrag“, referierte Bürgermeister Harald Lenßen. Und: Die teure Freude ist nur von kurzer dauern, weil kurz darauf bereits wieder die ersten Leuchtmittel zerschlagen, zersplittert auf der Treppe liegen.

Und ja: Natürlich habe man im Rathaus nach einer vandalensicheren Variante gesucht, die 359 Treppenstufen auszuleuchten. Hierfür riefen die Anbieter und Handwerker allerdings Beträge auf, die eine Viertelmillion Euro überstiegen. Und da ist der Bürgermeister am Ende der Leiter angekommen: „Das können wir uns als Kommune, die in der Haushaltssicherung ist und ihre Finanzen in Ordnung bringen muss, nicht leisten.“

Zarte Anfragen nach einer Kostenbeteiligung hat der Regionalverberband Ruhr damit beantwortet, dass er selbst seine Taschen nach außen drehte. Elf kreisfreie Städte und vier Kreise in der ehemaligen Bergbau-Region haben viel – aber ganz bestimmt kein Geld zu viel. So bleibt es vorerst bei den dunklen Stellen auf der Himmelstreppe. „Sobald uns jemand eine zerstörungssichere und kostengünstige Variante für die Beleuchtung des Aufgangs zeigt, werden wir diesen Vorschlag sehr intensiv prüfen“, versprach Harald Lenßen in Rayen.