Nettetal: Schneeglöckchen locken die Gartenfans

Nettetal : Schneeglöckchen locken die Gartenfans

Die Schneeglöckchentage gehören in Nettetal zu den ersten wichtigen Terminen des Gartenjahrs. Besucher aus Nah und Fern kamen am Wochenende nach Hinsbeck, um die zarten Schönheiten zu bestaunen und zu kaufen.

Der meteorologische Frühling beginnt in diesem Jahr am 1. März, der astronomische Frühlingsanfang ist am 20. März. Doch in Nettetal begann der Frühling schon am vergangenen Wochenende mit den Schneeglöckchentagen. "Endlich kein Schnee oder Regen", freute sich Marlu Waldorf, die die Tradition der Schneeglöckchentage schon im letzten Jahr ohne ihren verstorbenen Ehemann Günter fortsetzte. Während das zarte Schneeglöckchen seine Bewunderer von Anfang Februar bis Ende März regelmäßig in die Knie zwingt — denn erst die bodennahe Perspektive offenbart die hinreißende Schönheit der Frühjahrsboten — brauchten die Besucher der Nettetaler Schneeglöckchentagen keinen Kniefall vor ihnen zu machen.

Erstmals standen die Aussteller nicht wie in den Vorjahren auf dem Gelände von Cafe Künstler, sondern auf dem Gelände des Landcafés "Zum Mühlenberg". Wer nicht zu Fuß zwischen den beiden Veranstaltungsorten hin und her laufen wollte, konnte den Pendelbus in Anspruch nehmen, der viertelstündlich zwischen dem Oirlicher Blumengarten und dem Landcafe fuhr. Zur Schneeglöckchenblüte reisten wieder namhafte Aussteller aus dem In- und Ausland an, "in ganz Nettetal gab es wohl kein einziges freies Zimmer mehr", vermutete Marlu Waldorf.

Schon am Samstag standen die ersten Schneeglöckchenliebhaber am frühen Morgen auf dem Ausstellungsgelände, um seltene Schneeglöckchen, Stauden oder andere Gartenpflanzen zu erhaschen. "Dieses Gelb ist am intensivsten", meinte eine Frau, die schon zweimal den Rundkurs vorbei an den zahlreichen Ausstellern bewältigt hatte und sich dann für "Lady Beatrix Stanley" entschied, den Mini-Star unter den Kleinblütern. Für Laien sehe jedes Schneeglöckchen gleich aus, aber bei näherer Betrachtung ließen sich auf den Blüten jene Muster ausmachen, die eine Sorte Schneeglöckchen von den anderen unterscheide, wusste die Besucherin, die extra aus Dortmund angereist war.

Christa Schichtel und Ehemann Nikolaus waren gemeinsam mit 42 weiteren Blumenliebhabern in einem Bus aus Trier angereist, um das in der Trierer Presse angepriesene "Mekka der Schneeglöckchen" einmal selbst zu erleben. Fasziniert war die Gruppe aus Trier vom Oirlicher Blumengarten, der nicht nur die umfangreiche Galanthus-Sammlung von Marlu und Günter Waldorf beherbergt, sondern eine Kollektion von fast 400 verschiedenen Schneeglöckchensorten.

Marlu Waldorfs Enkel Joshua bot preiswerte Schneeglöckchen aus dem Bestand an, um besonders Einsteigern das Hobby des Schneeglöckchensammelns näher zu bringen. Der Garten lockte außerdem mit zahlreichen attraktiven Frühlingsblühern wie Lenzrosen (Helleborus) und anderen Schönheiten, die die Eheleute Waldorf auf eigens unternommenen Englandreisen zusammengetragen hatten. Eine gute Beratung und die Möglichkeit, das außergewöhnliche und mit vielen Farbfotos ausgestattete Buch über Schneeglöckchen des 2012 verstorbenen Sammlers Günter Waldorf zu kaufen, waren garantiert.

Unzählige Schneeglöckchenvarianten gab es am Ausstellungsort "Zum Mühlenberg" zu sehen. Hier fachsimpelten die Schneeglöckchenkenner und beantworteten Fragen der Bescher. "Es gibt Schneeglöckchen mit gefüllten Blüten, bauchigen Formen, grünen Zeichnungen, die Vielfalt ist unerschöpflich", so der Fachmann. Gerade für Raritäten interessierten sich die beiden Liebhaber aus der Schweiz, die mit dem aus Sibirien stammendem Schneeglöckchen liebäugelten und es schließlich für 45 Euro das Stück erwarben. Am Sonntag lachte dann die schon wärmende Frühlingssonne vom Himmel und ließ bei den Besuchern erste Frühlingsgefühle aufkommen.

(ivb)
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