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In der Nette-Runde mit Bürgermeister Christian Wagner ging es um zu schnelles Fahren in Nettetal-Lobberich

Lobberich : Lobbericher klagen über Raser

Anwohner machen ihrem Ärger im Stadtteilgespräch „Nette-Runde“ Luft. Bürgermeister Christian Wagner sichert zu, das Fahrverhalten auf dem Sassenfelder Kirchweg in Lobberich überprüfen zu lassen.

Auf dem Sassenfelder Kirchweg, der am Krankenhaus beginnt und kurz hinter der Einmündung der Karl-Egmont-Straße in einen Wirtschaftsweg übergeht, wird viel zu schnell gefahren, davon ist eine Anwohnerin felsenfest überzeugt. „Zu schnell“ bedeutet mehr als 30 Kilometer pro Stunde, denn die Straße gehört in der ganzen Länge mit ihren Nachbarstraßen zu einer Tempo-30-Zone. Anwohner Werner Backes hat Fotos zur „Nette-Runde“ von Bürgermeister Christian Wagner (CDU) in Lobberich mitgebracht, auf denen die 2016/17 völlig neu ausgebaute Straße in Ost-West-Richtung tatsächlich wie eine Rennstrecke aussieht: Die rechte Seite ist frei, parkende Autos gibt es nur auf der linken Seite – und keinen Gegenverkehr.

Alle ihre Eingaben bei der Stadtverwaltung und der Polizei hätten bisher nichts genutzt, beschwert sich die Anwohnerin. „Da wird mit Tempo durchgefahren und dann weiter über den Wirtschaftsweg, den sicher die meisten auch nicht benutzten dürfen“, klagt sie. Man sollte den Weg durch Poller sperren, zumal er auch von vielen Schülern genutzt werde, die das nahegelegene Gymnasium besuchen.

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„Abpollern ist nicht möglich“, sagt Juliana Schöngens, Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung. Denn der Weg werde von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt, die auf den anliegenden Feldern arbeiten müssten. Dass der Weg trotz des Sperrschildes mit dem Zusatz „Frei für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge“ nicht nur von Anliegern genutzt werde, wolle Schöngens nicht bestreiten. Aber für die Überwachung des fließenden Verkehrs sei die Polizei zuständig – der bisher von dort keine Unfälle bekannt seien.

Dem Vorschlag von Anwohner Werner Backes, auf dem Sassenfelder Kirchweg zumindest zwischen An den Sportplätzen und Ostdeutscher Weg wechselseitiges Parken anzuordnen, mag Schöngens nichts abzugewinnen. „Da kommt dann keiner mehr so richtig durch. Vor allem landwirtschaftliche Fahrzeuge werden großen Schwierigkeiten haben“, ist ihre Befürchtung. Dies werde nur die Beschwerden erhöhen. Ob die Straße wirklich eine Rennstrecke ist, will die Stadt aber überprüfen: eine Woche lang Tempo-Messung, sichert der Bürgermeister zu.

Auch auf der unteren Hochstraße und auf der Marktstraße werde zu schnell gefahren, klagt Johannes Bäumges. In dem befahrbaren Bereich der Fußgängerzone gilt Tempo 20. Um Autofahrer daran zu erinnern, schlägt er vor, durch entsprechende Bemalung der Fahrbahn an zwei oder drei Stellen darauf aufmerksam zu machen. Ob dies möglich ist, will Schöngens überprüfen, sagt sie zu. Vom Wunsch nach Tempo 30 auf dem Doerkesplatz hält sie nicht viel, denn dort werde ohnehin kaum schneller als 30 Kilometer pro Stunde gefahren.