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Kreis Viersen ruft für den 25. Mai bis 14. Juni zum Stadtradeln auf

Aktion im Kreis Viersen : Aufsatteln fürs Stadtradeln

Landrat Andreas Coenen (CDU) ruft dazu auf, ab Ende Mai drei Wochen lang möglichst aufs Auto zu verzichten und so zum Klimaschutz beizutragen. Hartmut Ploenes aus Nettetal ist dabei und möchte rund 2000 Kilometer schaffen.

Zwei Siege hat sich Hartmut Ploenes aus Nettetal-Lobberich schon erstrampelt, jetzt will er wieder an die Spitze: Der 78-Jährige beteiligt sich zum dritten Mal am Stadtradeln im Kreis Viersen, einer bundesweiten Aktion des Klima-Bündnisses, dem rund 1700 Städte, Gemeinden und Landkreise in 26 Ländern Europas angehören. Vom 25. Mai bis zum 14. Juni versuchen Ploenes und die übrigen Teilnehmer, zum Schutz des Klimas möglichst viele Kilometer mit dem Rad zurückzulegen und auf Autofahrten zu verzichten.

Bei der Premiere des Stadtradelns im Kreis Viersen 2017 schaffte Rentner Ploenes 2766 Kilometer, im vergangenen Jahr 2052 – und war damit jeweils in Nettetal in der Einzelwertung Spitzenreiter. Diesmal wird er sich ordentlich anstrengen müssen, um seinen Titel zu verteidigen. „Ich kann erst verspätet ins Stadtradeln einsteigen“, erzählt er. Denn wenn die Aktion startet, ist er noch auswärts mit dem Rad und zu Fuß unterwegs: „Ich plane eine Trier-Wallfahrt.“

Alle neun Städte und Gemeinden im Kreis Viersen beteiligen sich am Stadtradeln. Im vergangenen Jahr legten insgesamt 1446 Radler gemeinsam 359.337 Kilometer zurück und sparten im Vergleich zur Fahrt mit dem Auto 51 Tonnen CO2 ein. 2017 schafften rund 1100 Teilnehmer 237.000 Kilometer. „Ich hoffe, dass auch in diesem Jahr wieder viele Bürger auf das Auto verzichten und mit dem Fahrrad unterwegs sind“, sagt Landrat Andreas Coenen (CDU). Ihre geradelten Kilometer tragen die Teams, die aus mindestens zwei Rad- oder Pedelecfahrern bestehen müssen, in einen Online-Radelkalender ein.

Die mit einem unterstützenden Elektromotor ausgestatteten Pedelecs sind nach Angaben des Veranstalters beim Stadtradeln zugelassen, weil sie im Sinne der Straßenverkehrsordnung als Fahrräder gelten. Auch Ploenes fährt Pedelec. Der Lobbericher schätzt, dass er beim Stadtradeln zwischen 60 und 100 Kilometer am Tag schaffen wird. „Ich fahre aber auch sonst viel Rad, ich habe gar kein Auto mehr“, erzählt der gelernte Landmaschinenschlosser. Als vor acht Jahren seine Frau starb, er unter Rheuma-Schüben litt, beschloss er: „Bevor ich hier alleine zu Hause sitze, genieße ich lieber auf dem Rad den schönen Niederrhein.“ Vor knapp fünf Jahren schaffte er sich sein erstes Pedelec an, „es hatte einen Kilometerstand von 40.000, als ich mir im vergangenen Mai ein neues gekauft habe“, erzählt er.

Besonders gerne nutzt Ploenes die Radwege in den Niederlanden, „die sind zehnmal besser als in Deutschland“. Immerhin: Im Kreis Viersen sei die Radwegverbindung von Lobberich nach Hinsbeck und Leuth „nicht schlecht“, auch der Bahnradweg zwischen Kaldenkirchen und Kempen sei „okay“, räumt Ploenes ein. Die Verbindungen entlang der Landstraßen zwischen Lobberich und Süchteln, Dülken und Boisheim, seien jedoch „eine mittlere Katastrophe“. Er fährt im Durchschnitt mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 25 Kilometer pro Stunde – „so schnell kann man all die Schlaglöcher und Wurzeln auf der Strecke im Sattel gar nicht ausgleichen.“ Die Radwege an den Landstraßen im Kreis Viersen wird Ploenes also möglichst meiden, wenn er versucht, seine angepeilten rund 2000 Kilometer fürs Stadtradeln zu erstrampeln. Nur zum Spaß tritt er nicht an: „Ein bisschen Ehrgeiz ist schon auch dabei.“