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Nettetal: Diabetes — Die oft unterschätzte Volkskrankheit

Nettetal : Diabetes — Die oft unterschätzte Volkskrankheit

Zum zweiten Mal hat das Nettetaler Krankenhaus mit zahlreichen externen Experten und Anbietern einen Diabetes-Tag organisiert. Der Zuspruch durch die Besucher gibt dem Haus recht, zeitweilig war es überfüllt.

Geplant war die Eröffnung des 2. Diabetes-Tags im Nettetaler Krankenhaus erst für 14 Uhr. Doch schon 45 Minuten vorher kamen erste Interessierte ins Haus nach Lobberich, um die vielfältigen Angebote der zahlreichen Berater und Aussteller wahrzunehmen und sich über die oft unterschätzte Volkskrankheit zu informieren. Das Krankenhaus tat gut daran, diesen Tag erneut vorzubereiten.

Nahrung für Diabeteskranke muss nicht fad schmecken

Dass die Nahrung des Diabetikers weder langweilig noch fad sein muss, verriet die Diätassistentin. Sie hielt viele Informationen und Anleitungen bereit, um Mahlzeiten abwechslungsreich und dennoch kalorienarm zuzubereiten. Die Nettetaler Selbsthilfegruppe Diabetes hatte wieder ganz viele Anregungen, Tipps und Ratschläge aus der erlebten Praxis rund um das Thema Diabetes zusammengetragen.

Die Besucher erfuhren viel über Folgeerkrankungen der Diabetes, so schädigten langfristig hohe Blutzuckerwerte die winzigen Blutgefäße in der Netzhaut. Je länger ein Mensch zuckerkrank ist, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, eine sogenannte diabetische Retinopathie zu entwickeln. "Kleine Blutgefäße in der Netzhaut werden geschädigt, wodurch sie durchlässig und brüchig werden, so könnte Blut in das umliegende Gewebe eintreten", ließ sich Adelgunde Gerards erklären.

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Immer eine Flasche Cola im Kühlschrank

Am Stand der Sebastian-Apotheke erfuhr das Ehepaar Schmid aus Hinsbeck von Apothekerin Barbara Picksack-Christmann Interessantes über eine plötzlich auftretende Unterzuckerung. "Wir haben immer eine Flasche Cola im Kühlschrank, wenn die Blutzuckerwerte meiner Frau plötzlich einmal absacken", so Eugen Schmid. Wie es auch ohne Cola gehen kann und wenn gerade keine Flasche Cola zur Hilfe hat, zeigte Barbara Picksack-Christmann anhand einer neuartigen Emulsion zum Einnehmen. "Die sollte man immer dabei haben", riet sie.

Ein besonders gefragtes Thema war der "diabetische Fuß", der zu den gravierendsten Folgeschäden bei Erkrankungen mit Diabetes Mellitus gehört. Schwester Rita Schulz stand mit dem Team der Fußambulanz, die Patienten mit Wunden im Bereich der Füße und Beine ambulant und stationär behandelt zur Verfügung. Als anschauliches Beispiel wurde an einer Puppe die "Vakuumbehandlung", gezeigt, "für diejenigen, die nicht so gut auf ihren diabetischen Fuß aufgepasst haben", erklärte Schwester Rita.

Veranstalter begeistert vom Interesse

Über Strümpfen, Fußbettungen und Schuhe informierten ebenfalls Experten. Bei stärkeren Fußdeformierungen benötige man entweder industriell gefertigte Schutzschuhe oder orthopädische Maßschuhe. Kurze, laienverständliche Vorträge von Ärzten und Experten rundeten den Diabetes-Tag ab. Jörg Schneider, der Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses, zeigte sich vom Interesse der Bevölkerung am 2. Diabetes-Tag begeistert. "Die Resonanz war sehr groß", zeigte er sich zufrieden.

(ivb)