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Nettetal: Bistum will Gebäude abstoßen

Nettetal : Bistum will Gebäude abstoßen

Das Kirchliche Immobilien-Management (KIM) entscheidet schon im kommenden Jahr über die Zukunft von Kirchen, Kapellen, Pfarrheimen und Dienstwohnungen. Das Bistum kürzt seine Unterhaltungsgelder um ein Drittel.

Mittelfristig wird das Bistum Aachen das Geld zur Unterhaltung kirchlicher Immobilien um mindestens ein Drittel kürzen. Die Gründe dafür sind vielschichtig, bündeln sich aber in diesem Schritt: die demografische Entwicklung, Kirchenaustritte, geringere Steuereinnahmen und weniger Priester. Während der Pfarrversammlung berichtete Stephan Cloerkes vom Pfarrgemeinderat über einen Informationsabend zum Kirchlichen Immobilien-Management (KIM) in der Region.

Demnach soll spätestens im nächsten Jahr auf Ebene der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) in Nettetal entschieden werden, welche Gebäude aufgegeben werden sollen. Zur Diskussion stehen Kirchen, Kapellen, andere sakrale Räume, Dienstwohnungen und Pfarrheime. In den Nettetaler Gemeinden sei man sich bereits einig, dass Kirchen nicht in Eventgastronomie oder Grabeskirchen umgewandelt werden dürfen, berichtete Werner Backes. "Wir wollen die Kirchen in Nettetal als Pfarrkirchen erhalten", bekräftigte er.

Sieben Mal vorhanden

Zurzeit gibt es in der Stadt jeweils sieben Pfarrhäuser, Pfarrbüros und Pfarrheime. Über ihre Zukunft muss in den Gemeinden schleunigst und zielorientiert beraten werden. Kapellen und Gebetshäuschen pflegen traditionell Nachbarschaften, Schützen und andere Vereine. Lobberich hat als einzige Pfarrgemeinde im Stadtgebiet zwei Kirchen. Zum Erhalt der Alten Kirche wurde erst unlängst ein Förderverein gegründet und ein erweitertes Nutzungskonzept entwickelt.

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Cloerkes erinnerte daran, dass bereits Pfarrer Johannes Torka mit großer Weitsicht eine Stiftung zum Erhalt der "neuen" Kirche eingerichtet hatte. "Wenn der Abbau der Fördermittel von gut einem Drittel hier im Ort durch bürgerschaftliches Engagement und Eigenmittel, Spenden und Sponsoren ausgeglichen werden kann, drängt das Bistum nicht auf Schließung und Verkauf. Örtliche Initiativen erkennt das Bistum an", versicherte Cloerkes.

Im Herbst wird eine bischöfliche Kommission Nettetal bereisen und die Unterhaltungskosten der Gebäude schätzen. Alle Pfarreien seien gut beraten, jetzt schon zu prüfen, welche Gebäude sie wirklich benötigten, hieß es in der Pfarrversammlung. Die Entscheidung soll bereits 2013 ein KIM-Ausschuss auf GdG-Ebene treffen. Ihm werden voraussichtlich sieben Mitglieder, einer aus jeder Pfarrei, angehören. "Sie sollen so lange gemeinsam tagen bis sie sich geeinigt haben."

Reagiert haben in der Vergangenheit bereits die Pfarrgemeinden St. Lambertus Leuth und St. Peter und Paul Leutherheide. In Leuth wurde die Kaplanei an der Johann-Finken-Straße und in Leutherheide das historische Pfarrhaus verkauft. St. Peter Hinsbeck vermietete die Pfarrwohnung als Büro an einen Unternehmensberater. FRAGE DES TAGES

(le-)