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Nettetal: Der Weg zur Einheitskirche?

Nettetal : Der Weg zur Einheitskirche?

Die Pfarrversammlung in Lobberich beschäftigte sich mit der Frage, wie die Zukunft aussehen wird. Die Zuspitzung auf eine Gemeinde Nettetal mit nur noch einem Rat und einem Vorstand geht vielen aktiven Mitgliedern zu weit.

Die Zukunft der katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian ist nicht rosig. Schon im kommenden Jahr soll es den Einheitsrat für Nettetal geben. Das Bistum will die Gemeinde Nettetal und damit die Auflösung der bisher sieben Pfarreien mitsamt Pfarrgemeinderäten und Kirchenvorständen. "Wir haben eine lebendige und sehr vielfältige Gemeinde und wollen alles tun, damit es so bleibt", gab Werner Backes der Pfarrversammlung in der "Brücke" auf den Weg. Etwa 60 Besucher kamen zur Pfarrversammlung, die Pfarrer Günter Wiegandt, Herbert Föhles und Werner Backes leiteten. Backes bereitete darauf vor, dass der am 1. Dezember 2009 gewählte Pfarrgemeinderat von St. Sebastian wohl der letzte sein wird.

Die Weggemeinschaft Lobberich/Hinsbeck ist wohl nur ein Schritt dahin zur Einheitsgemeinde. Doch gibt es in Lobberich deutliche Vorbehalte: Das pfarrliche Leben entwickle sich nur rund um den jeweiligen Kirchturm, wo die Menschen lebten und arbeiteten. Dass die Gemeinschaft mit Hinsbeck funktioniere, habe sich gerade in der krisenhaften Missbrauchsdiskussion im Falle Kerkhoff gezeigt. "Wir haben den offenen Umgang mit der Angelegenheit gefordert und viel erreicht", so Backes.

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Nur noch ein Rat

Dennoch wird wohl im Jahr 2013 nur noch ein Rat für die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) für Nettetal gewählt wird. Das Bistum Aachen strebe eine Pfarrgemeinde Nettetal an. Auch wenn es noch sieben pfarrliche Gremien gebe, erfülle wesentliche Verwaltungsaufgaben der Kirchengemeindeverband Nettetal (KGV) unter Leitung von Pfarrer Benedikt Schnitzler. Die GdG leitet Pfarrer Günter Puts.

Das Bistum hat für Ende März zu einem Pfarrgemeinderatstag nach Mönchengladbach eingeladen. Dort erwartet man mehr Aufschlüsse, wie es weitergehen wird. "Bisher waren Fusionen immer freiwillig. Das sehe ich hier nicht", kritisierte Ralf Schmeink. "Da wächst nichts zusammen. Da wird zusammengestampft", fuhr er fort. Werner Backes erklärte: "Wir sehen unsere Zukunft in den Weggemeinschaften mit örtlichen Räten." Man werde versuchen, dieses Konstrukt zu retten.

Infolge der Missbrauchs-Skandale schule das Bistum Aachen demnächst 15 000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter. Es sei damit weiter als die Lehrerausbildung, die das Thema Missbrauch nicht kenne. Auch Sportvereine täten sich sehr schwer. Nach intensiven Beratungen hat der Pfarrgemeinderat beschlossen, lateinische Messen nur in Verbindung mit deutschen Texten zu ermöglichen. Beide Orgeln müssen saniert werden. Der Pfarrbrief soll als "Visitenkarte" mindestens zweimal jährlich, zu den Hochfesten Ostern und Weihnachten, allen Haushalten zugestellt werden. Der Wochenzettel soll etwas flotter gemacht und in Geschäften ausgelegt werden.

Neu gegründet hat sich der Pfadfinderstamm. Werner Traut berichtete, die Pfarrbücherei verfüge über 10 000 Medien, er verzeichne jährlich mehr als 40 000 Ausleihen.

(le-)