1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Politik will Parkgebühren anpassen

Moers : Politik will Parkgebühren anpassen

Eine deutlichere Staffelung der Gebühren soll Autofahrer dazu animieren, bisher unbeliebte Parkplätze in Randlagen häufiger zu nutzen. Auch eine Verbesserung des Parkleitsystems soll helfen, den Verkehr besser zu steuern.

2,9 Millionen Euro Parkgebühren nimmt die Stadt pro Jahr ein. Gut möglich, dass die Summe in absehbarer Zeit steigt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat gestern die Stadtverwaltung einstimmig beauftragt, die Gebühren "anzupassen". "Das muss nicht nach oben heißen", betonte der Technische Dezernent Thorsten Kamp. Doch Julia Zupancic (CDU) sagte klar, dass der "Interpretationsspielraum" eng sei.

Die Gebührenanpassung sowie eine Verbesserung des Parkleitsystems sind die ersten Maßnahmen, die aus dem neuen Parkraumkonzept folgen. Gestern stellte Katharina Oppenberg von beauftragten Büro Stadtverkehr die Ergebnisse eines Gutachtens im Ausschuss vor. Wie bereits berichtet, haben die Experten festgestellt, dass es im Moerser Zentrum grundsätzlich Parkplätze und Parkhäuser in ausreichender Zahl gebe. Selbst in Spitzenzeiten an Markttagen und Samstagen seien die insgesamt 3800 Stellplätze nur zu 80 beziehungsweise 77 Prozent ausgelastet. Es gebe stets "Reserven", sagte Oppenberg. Allerdings seien bestimmte, beliebte Parkplätze (Neumarkt, Mühlenstraße, Kautzstraße) oft voll ausgelastet oder sogar überlastet, während die Reserven in Randlagen oder in den grundsätzlich weniger beliebten Parkhäusern zur Verfügung stünden. Werden die bisher unbeliebten Parkangebote in Randlagen künftig deutlich billiger als andere, könnte dies (so die Hoffnung) Autofahrer dazu animieren, auch sie häufiger anzusteuern.

Die Verbesserung des Parkleitsystems ist eine weitere dringende Empfehlung der Gutachter. Das jetzige werde von Autofahrern kaum genutzt; dies trage zur unterschiedlichen Auslastung der Parkplätze im Zentrum bei. Vor allem vor dem Hintergrund einer Sperrung des Neuen Walls für den Autoverkehr sei ein sehr gutes Parkleitsystems notwendig sein. Die Sperrung könnte im Zuge der geplanten Umgestaltung des Königlichen Hofs erfolgen: Der Busbahnhof würde in Richtung Neuer Wall verlegt, wo eine Wendeschleife notwendig wäre.

Mark Rosendahl (SPD) machte Anwohnern der Straße Im Rosenthal Hoffnung, dass das Verkehrschaos durch Autofahrer, die an der benachbarten Meerstraße freie Parklücken suchen (und meist nicht finden), bald aufhören könnte. "Der Zustand ist untragbar", hatte ein Anwohner vor der Ausschusssitzung beklagt. Die Gutachter hatten unter anderem untersucht, ob dort ein reines Anwohnerparken ohne Schaden für die Innenstadt möglich wäre. Die Antwort - ja, es wäre möglich - stieß auch bei anderen Politikern auf offene Ohren.

Die Gutachter hatten auch andere Gedanken durchgespielt. Einen Wegfall der Stellflächen am Kastellplatz sei nicht ratsam, stellten sie zum Beispiel fest. Dagegen spreche nichts gegen einen Wegfall der Parkmöglichkeiten am Neuen Wall oder an der Straße Ostring.

Dino Maas (FDP) bezeichnete die Streichung von Stellflächen als Horrorszenario. "Die Leute gehen nicht längere Fußwege - sie fahren einfach woanders hin", meinte er. Auch Wolfgang Burhans (Grafschafter) warnte davor, die Einkaufsstadt Moers zu "demontieren". Dezernent Thorsten Kamp unterstrich: "Wir wollen die Leute nicht in den Online-Handel treiben." Das Parkraumkonzept stelle lediglich eine Diskussionsgrundlage für die Politik dar.

Das Parkraum-Gutachten ist im Ratsinformationssystem unter www.moers.de einzusehen.

(RP)