Lokalsport: Überraschung ohne überraschendes Ende

Lokalsport: Überraschung ohne überraschendes Ende

TVK-Trainer Rogawska wechselt seinen Torwart, aber der kann trotz guter Leistung die 24:35-Niederlage in Leichlingen nur eingrenzen.

Ronny Rogawska hatte die Partie beim Leichlinger TV mit einer kleinen Überraschung begonnen: Der Trainer stellte Felix Krüger statt Max Jäger ins Tor des TV Korschenbroich, obwohl Letzterer in den vergangenen Wochen starke Leistungen abgerufen hatte. Böse war der Kapitän über die Maßnahme nicht: "Felix hat angefangen und seine Sache gut gemacht. Alles okay", sagte Jäger, der nur zu zwei Strafwürfen ins Tor gekommen war, die er beide nicht abwehren konnte.

Vermutlich hatte Rogawska darauf gesetzt, dass der Leichlinger TV nicht mit Krüger als Keeper gerechnet hatte. Der 20-Jährige bildet zwar mit dem 28-jährigen Jäger ein gutes Gespann, aber zuletzt hatte eben der Ältere klar die Nase vorn. Beide sind in ihren Bewegungen recht unterschiedlich - ein wenig so, wie es vor wenigen Jahren bei der deutschen Nationalmannschaft war, als noch nicht Andreas Wolff, sondern Carsten Lichtlein mit Silvio Heinevetter das Torhüter-Duo bildete. Jäger ist wie Lichtlein sehr groß, wartet lange auf die Aktion des Werfers, macht dann mit seinem Körper den Wurfwinkel möglichst klein und hat zusätzlich gute Reflexe. Vieles davon hat auch Krüger, aber er steht wie Heinevetter ein wenig für das spektakulärere, unerwartetere, verrücktere Torwartspiel, auch wenn ihm das Gehabe, mit dem der Keeper der Füchse Berlin oft nicht nur seine Gegner entnervt, abgeht.

Am Freitagabend in Leichlingen zeigte Krüger zwar nicht die spektakulärsten Paraden, machte aber insgesamt einen sehr ordentlichen Eindruck. Zwölf Paraden sind ein Wert, der sich sehen lassen kann - an ihm lag es also nicht, dass der Tabellenvorletzte bei einem Top-Team 24:35 (9:17) verlor. Oder: Ohne ihn hätte es noch schlimmer werden können. "Felix hat gut gehalten", sagte so auch Rogawska und ergänzte: "Das hört sich ein bisschen blöd an, wenn man so viele Gegentore kriegt, aber er war wirklich gut."

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Das traf indes sonst auf keinen Mannschaftsteil zu. In der Abwehr war es noch ganz in Ordnung, doch der Angriff kam ohne den am Rücken lädierten Spielmacher Julian Mumme kaum zum Zug. Das zeichnete sich schon früh ab - nicht nur, dass die Gäste fast fünf Minuten für den ersten Treffer brauchten - Steffen Brinkhues erzielte das 1:2 -, symptomatisch für den Abend war eine Szene danach: Mummes Vertreter Tim Dicks fing einen Pass in der Zweiten Welle der Leichlinger ab und lief alleine auf das gegnerische Tor zu: Er sprang, verzögerte, guckte Torwart Mathis Stecken aus - und warf den Ball an den Pfosten. Statt 2:2 hieß es kurz darauf 3:1 für den LTV, da David Hansen für die Hausherren traf. Dicks' Fehlwurf war beileibe nicht der einzige, es gab zu viele Fehler, die Leichlingen nutzte.

So konstatierte Rogawska: "Vorne waren wir am Anfang zu schüchtern, hatten zu wenig Mumm und zu viele technische Fehler. Damit haben wir die Leichlinger zu ihrer Stärke, dem Umschaltspiel, eingeladen. Und unser Rückzugsverhalten war auch nicht gut. Erik Hampel war die ganze Woche krank, und Mumme fehlte uns in der ein oder anderen Situation. Unter den Umständen, ist das dann ein normales Ergebnis für uns." So gab es trotz Rogawskas Überraschung im Tor kein überraschendes Resultat.

(ame)
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