Handball : TVK gegen das Millionenteam

Handball-Zweitligist TV Korschenbroich versucht am Montag, beim zweifachen Deutschen Meister GWD Minden nicht unterzugehen. Oberligist Borussia will beim TuSEM Essen die ersten Punkte holen.

Handball Ein Videoabend kann sehr aufschlussreich sein. Jeden Abend in dieser Woche verbrachte Jörn Ilper mit seinen aktuellen Lieblings-DVDs vor dem Fernseher. Darauf zu sehen waren die vier bisherigen Saisonspiele des GWD Minden. Ilper hätte auf die Scheiben schreiben können: "Wie man gegen eine Spitzenmannschaft besteht."

Das ist auch nach der Analyse nicht wesentlich einfacher geworden. "Das ist ein Erstliga-Kader und ein Erstliga-Verein", sagt Ilper. Wohlgemerkt einer, der das Unterhaus bereits im zweiten Jahr mit seiner Anwesenheit beglückt. Dennoch konnte GWD seinen Kader trotz missglückten Wiederaufstiegs durch einen Etat in Höhe von 2,4 Millionen Euro zusammenhalten, so dass einer der besten Spielmacher der Welt die Fäden zieht: Alles bei GWD läuft über den schwedischen Nationalspieler Dalibor Doder. "Er entscheidet alles, was passiert", sagt Ilper.

Es ist also eine schwere Aufgabe, die der TVK am Montag (Anwurf 17uhr) in Minden zu bewältigen hat. Unwahrscheinlich, dass den ersten Punkten gegen TuSEM Essen direkt weitere Zähler folgen. Ilper nutzte die Trainingswoche, um weiter im körperlichen Bereich zu arbeiten: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeitsausdauer. Bis Montag nun soll weiter an den spielerischen Defiziten gearbeitet werden. Dringendste Aufgabe ist, Linkshänder Pasqual Tovornik sinnvoll ins System zu integrieren. Womöglich beginnt in Minden sogar Rechtshänder Mathias Fuchs, der seine Aufgabe gegen Essen gut löste. "Ich lege mich nicht fest", sagt Ilper. "Ich lasse die Konkurrenz bis Monat offen. Alle kriegen ihre Chance."

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Unterdessen ist Borussia nach dem ersten Spieltag in der Oberliga punktlos und steht vor dem Spiel bei TuSEM II schon unter Druck. In der abgelaufenen Saison gewannen die Gladbacher beide Duelle, dennoch hat Trainer Zoran Cutura Respekt vor der Reserve des Zweitligisten: "Das sind alles sehr gut ausgebildete junge Spieler. Man darf sie nicht spielen lassen." Will heißen: Borussia darf nicht noch einmal so viele Bälle hergeben (Fehler und Fehlwürfe), die werden rasch bestraft. Cutura muss weiter auf Torwart René Mayeur verzichten. Unter der Woche testete Cutura nachwuchstorwart Martin Kosak von Drittligist Bayer Uerdingen, doch der Wechsel kam nicht zustande. So bleibt Martin Becker einziger Torwart der Borussen. "Es ist nichts Vernünftiges auf dem Markt", klagt Cutura, der ein weiteres Sorgenkind hat: Kreisläufer Bennet Johnen. Der hat Zehenprobleme und fällt womöglich aus. Für ihn würden Niko Merten (vorne) und Martin Kuhlen (Abwehr) spielen.

(angr)