Handball : Die ersten Punkte

Befreiungsschlag im Zweitliga-Derby: Gegen TuSEM Essen gewinnen Korschenbroichs Handballer 31:29 und beendet damit seine Pleitenserie. Für die Problemzone im rechten Rückraum empfahl sich Mathias Fuchs.

bundesliga Arm in Arm schlenderten Florian Korte und Simon Breuer vom Spielfeld. Das war man nicht mehr gewohnt vom TV Korschenbroich. Spieler herzten sich gegenseitig, feuerten sich an, und sie holten auch noch Punkte. Das Derby gegen TuSEM Essen gewann der TVK 31:29 zwar etwas glücklich, aber verdient und holte so die ersten Punkte der Saison. Während Korte und Breuer im Rückraum die Tormaschine endlich ans Laufen brachten, saß der äußerst unglückliche Linkshänder Pasqual Tovornik fast nur auf der Bank – gegen seinen früheren Klub. "Heute haben Florian und ich gut getroffen, vorher war es Pasqual. Wir müssen das besser verteilen", räumte Simon Breuer ein. "Die ersten Punkte tun gut, sonst wäre der Druck immer größer geworden."

Und sie waren verdient, weil Korschenbroich eine starke zweite Halbzeit spielte. Vor dem Seitenwechsel noch hatte der TVK eine klaffende Problemzone im Angriff: die halbrechte Seite. Erst versuchte sich Tovornik, allerdings mit vier Fehlversuchen. Für ihn kam nach 17 Minuten Christoph Piske, der nach zwei Würfen weit neben das Tor auch gleich wieder auf die Bank durfte. Ab der 23. Minute fand Trainer Jörn Ilper seine Idealbesetzung für die Position, zumindest für diesen Abend: Mathias Fuchs. Der Rechtshänder spielte eine fehlerfreie Partie und brachte Schwung in die TVK-Aktionen, wenn er auch kein Torjäger ist. Korte und Breuer wurden so mustergültig freigespielt. Allein die beiden erzielten 23 der 31 Korschenbroicher Tore. "Fuchs war heute die beste Besetzung", sagte Trainer Jörn Ilper. "Pasqual hat alles versucht, aber es war für TuSEM von Vorteil, dass sie ihn genau kannten." Und Simon Breuer war mit Fuchs an seiner Seite glücklich: "Er spielt einen schnellen Ball und hat große Erfahrung. Das hatte uns vorher gefehlt."

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Gänzlich fehlerfrei war das Korschenbroicher Spiel aber nicht. Zu oft wurde Essens Rechtsaußen Ole Rahmel freigespielt und traf auch zuverlässig. Der TVK indes beschränkte sich auf Tempo und Tore aus der zweiten Welle, oder eben aus dem Rückraum. Auf der linken Seite rückte Marcel Görden oft an den Kreis, und rechts wurde Mathias Deppisch zu oft vergessen. So war das 25:19 nach 45 Minuten (zur Pause hatte es 16:16 gestanden) eben noch nicht die Entscheidung. TuSEM verkürzte auf 28:30, kam aber nicht mehr zum Ausgleich. Weil Oliver Mayer drei Siebenmeter in Folge parierte und Dennis Marquardt bei angezeigtem Zeitspiel kurz vor Schluss per Freiwurf den Ball ins Netz jagte.

Jörn Ilper, an dem es bereits erste Kritik gab, war erleichtert: "Die Mannschaft sieht, dass der Weg zum Erfolg führt."

(RP)