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Mönchengladbach: Mit der #AktionTicketBehalten will die Folkmusik-Szene überleben

Nach Konzertabsagen : Folk-Szene ruft Fans auf, erworbene Konzerttickets zu spenden

Kulturschaffende aus der Folkmusik-Szene appellieren mit Ticket-Aktion an die Solidarität ihrer Fans.

Die Kulturbranche erreicht derzeit eine Welle von Veranstaltungsabsagen als Maßnahme der Corona-Krise. Besonders für Künstler und Agenturen der Folk-Szene sei die Lage sehr ernst, erklärt Gudrun Walther, freischaffende Musikerin und Leiterin einer Konzertagentur: „Die Existenz dieser Szene steht normalerweise auf einer soliden Basis. Es handelt sich um eine überschaubare Zahl an Künstlern, die vergleichsweise niedrige Gagen nehmen und meist intensiv touren. Geht man von einer durchschnittlichen Konzertgröße von 300 Zuhörern aus, tragen sich diese Projekte für Musiker und Veranstalter gerade so.“

Daher haben sich zehn federführende Agenturen aus der Szene Music Contact, Magnetic Music, artes Konzertbuero, Concert Connections, Highland Blast/Firestone Music, Laviola, MIRA Konzertbüro, Heimat-PR, CLP/Nordic Notes und bonna musica zusammengeschlossen und appellieren gemeinsam an ihre Fans, bereits erworbene Tickets zu behalten und so den Betrag symbolisch an die Künstler zu spenden. Die Solidaritätsaktion trägt den Namen #AktionTicketBehalten und soll Künstler und Veranstalter vor einem vollständigen Einkommensverlust bewahrt.

Zwar hat die Bundesregierung den Kulturschaffenden staatliche Unterstützung zugesagt, an eine ausreichend schnelle finanzielle Hilfe glauben die Akteure der Musiksparte jedoch nicht. „Von einer Steuerstundung können wir nicht überleben“, sagt Gudrun Walther. Es wurden Petitionen verfasst und Unterstützungsgesuche an Vertreter aller Fraktionen des Bundestages gewandt. Die Reaktionen blieben bislang weitgehend aus.

Der Aufruf an die Fans lautet: Nehmt teil an der #AktionTicketBehalten, damit Deutschland auch in Zukunft eine vielfältige und lebendige Musikszene um ein bewahrenswertes Kulturgut und ein reichhaltiges Angebot wunderbarer Konzertabende hat. Aufgrund der kleinen Größe der Szene sei eine gewisse Intimität zwischen Fans und Künstlern gegeben.

(RP)