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Mönchengladbach: Kolumne Mensch Gladbach - Einfach mal machen!

Kolumne Mensch Gladbach : Einfach mal machen!

Die Zahl der Infektionen mit dem neuen Coronavirus ist in Mönchengladbach auf einem relativ niedrigen Stand. Noch. Doch der jüngste Anstieg ist alarmierend. Nun gilt es, konsequent zu handeln und auch rigide Regeln einzuziehen. Seitens der Stadt, aber auch jeder Einzelne.

Jeder kennt diese Situation aus den vergangenen Tagen: Die Frau, die in der Schlange an der Kasse fast auf Tuchfühlung geht, die Männer, die auf dem Bismarckplatz lachend im Grüppchen feixen, Mütter, die ihre Kinder auf dem Rheydter Marktplatz oder auf dem Spielplatz im Bunten Garten miteinander spielen lassen und sie später zu den Großeltern bringen. Leider sind solche Szenen auch in Mönchengladbach noch immer Realität, auch wenn spürbar ist, dass in den vergangenen Tagen weitflächig die Vernunft eingekehrt ist.

Wer sich aber klarmacht, dass ein Mensch, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert ist, innerhalb kürzester Zeit mehrere hundert weitere Infizierte zur Folge hat, der muss verstehen, dass es nur einen Weg gibt: Die direkten Kontakte zwischen Menschen müssen unterbunden werden.

Es war also richtig Schulen und Kitas zu schließen. Es hätte aber, das zeigt ein Blick in asiatische Länder mit eingeübteren Notfallplänen, wohl früher und konsequenter geschehen sollen.  Ob es wirklich richtig war, noch vor zwei Wochen Zehntausende Zuschauer ins Stadion zu lassen? Wenn nur wenige Tage später sogar die EM verschoben wurde?

Es gibt in Mönchengladbach keinen Grund zur Panik, aber allen Anlass zum konsequenten und auch rigidem Handeln. Denn es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht: Die gute ist, dass die Zahl der bestätigten Fälle von Infektionen in unserer Stadt mit 76 noch immer relativ niedrig ist. Die schlechte: Sie hat sich von Mittwoch auf Freitag um fast 50 Prozent erhöht. Das ist alarmierend, denn wie viel daraus werden kann, zeigt die Rechnung oben.

Es wird also kein Weg daran vorbeiführen, die Ausgangsregeln zu verschärfen. Das ist ein harter Schritt, der aber hilft, Menschenleben zu retten und den möglichen Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern. Und dass es verschiedene Stufen gibt, zeigt das Beispiel Bayern. Dort ist jetzt nur noch erlaubt, sich draußen zu bewegen, wenn man zur Arbeit oder zum Arzt muss, wichtige Besorgungen macht. erlaubt ist aber auch, sich einzeln an der frischen Luft zu bewegen, Sport zu machen, sich fit zu halten, was auch für die Psyche wichtig ist. 

Die Verantwortlichen bei der Stadt müssen konsequent sein, klare Regeln einziehen, diese – im besten Fall mit Hilfe der Polizei – auch kontrollieren und durchsetzen. Das Einhalten der Sperrungen auf Spielplätzen und auf dem Grillplatz im Stadtwald zu überwachen ist wichtig und hat Vorrang. Konsequent muss aber auch jeder Einzelne sein. So schwer es fällt, geliebte Menschen eine Zeitlang nur aus der Ferne oder übers Internet zu sehen, so ungewöhnlich es ist, in der Schlange zwei bis drei Meter Abstand zu halten oder Sport alleine statt in der Gruppe zu machen. Es muss für ein paar Wochen sein.

Positive Beispiele gibt es viele: Stadtweit sprießen die Nachbarschaftsinitiativen, die jenen helfen, die sich selbst nicht versorgen können, wie die Frühlingsblüten. Einzelhändler und Gastronomen stemmen sich mit Lieferdiensten gegen den Umsatzeinbruch. Tanzevents, Partys und Unterrichtskurse landen virtuell in unseren Wohnzimmern. 

Mönchengladbach rückt zusammen, ohne sich zu nahe zu kommen.