Mipim 2018: Mönchengladbach bekommt eine Seestadt mg+

Immobilienmesse in Cannes: Mönchengladbach bekommt eine Seestadt mg+

Mönchengladbach bekommt eine Seestadt mg+ Der neue Name für die City-Ost wurde am Dienstagmittag bei der weltgrößten Immobilienmesse Mipim in Cannes verkündet. Schon in diesem Jahr sollen die Bagger anrollen.

Neue Zeiten für Mönchengladbach: In den Räumen der Schwedischen Filmakademie in Cannes ist das wichtigste Großprojekt der Stadt getauft worden. Das Areal der City-Ost soll künftig Seestadt mg+ heißen. Damit beziehen sich Stadt und Investor Catella auf den See, den das neue Quartier am Hauptbahnhof erhalten soll, zusätzlich aber auch auf die Stadtentwicklungsstrategie "mg+ Wachsende Stadt". "Der Name sollte kurz, prägnant und deutsch sein", sagt Catella-Chef Klaus Franken. Er möchte noch in diesem Jahr Bagger auf dem Areal sehen, damit die Bevölkerung das Gelände zumindest in der Freizeit schon in Besitz nehmen kann. "Ich kann mir gut vorstellen, dass dort in Kürze Jogger oder Radfahrer ihre Runden drehen werden."

Das neue Ortsschild hatten Oberbürgermeister Wilhelm Reiners, Baudezernent Gregor Bonin und Franken bereits an die Côte d'Azur mitgebracht. Vom blauen Himmel über Cannes strahlte am Dienstagmittag die Sonne, was zur Laune der Akteure bestens passte. Denn das Mönchengladbacher Projekt kann sich im Reigen der weltweiten Großvorhaben durchaus sehen lassen und spiegelt die Ambitionen der Stadt wider. Dafür stehen die Gesamtinvestition von einer halben Milliarde Euro und die weiteren Rahmendaten. "Im Herzen von Mönchengladbach wird aus der heutigen Brachfläche ein urbaner Ort mit unterschiedlichen Nutzungen", fasste Bonin zusammen, "mit Büros, Dienstleistern, Raum für Freizeit und Erholung, Gastronomie und circa 1500 bezahlbaren und attraktiven Wohnungen für alle Nachfragegruppen."

Für ihn sind die neue Grünzugverbindung, die autofreien Freiflächen und die Aufenthaltsqualität besonders wichtig. OB Reiners sieht in dem 14 Hektar großen Projekt eine weitere Bestätigung des Aufwärtstrends, der gleichzeitig weite Teile der Bevölkerung erreichen könne. Er als "Ur-Einwohner von Mönchengladbach" könne sich gut an die Vergangenheit des Areals mit dem Supermagazin erinnern und die vielen Diskussionen zur zukünftigen Nutzung. "Insgesamt steht Seestadt mg+ für 'Vielfalt für Alle'."

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Für die frisch getaufte Seestadt mg+ hatte der Rat der Stadt am 15. Februar das Bebauungsplanverfahren mit großer Mehrheit gestartet. In eineinhalb bis zwei Jahren soll es Baurecht geben, jedoch soll es schon vorher, am Rand des Areals, Baustart für ein Projekt geben. "Wir wollen zeigen, dass es losgeht", so Bonin. In zehn Bauabschnitten geht es dann weiter, in maximal zehn Jahren sollen alle Gebäude errichtet sein. Das Projekt erzeugt jedenfalls Neugier. Die bekannten Architekten Gerhard Feldmeyer (HPP) und Jürgen Mayer H. waren zur Projekttaufe gekommen, ebenso die Düsseldorfer Amtsleiterinnen Ruth Orzessek-Kruppa (Stadtplanung) und Ulrike Lappeßen (Bauaufsicht). Sie dürften mit Interesse vermerkt haben, dass in der Seestadt vielleicht ein Wohnhochhaus entstehen könnte.

Franken plant neben der Freigabe für Freizeitsportler Interimsnutzungen. Damit hat Catella gute Erfahrungen gemacht, in Düsseldorf gibt es seit Monaten in der alten Paketpost hinter dem Hauptbahnhof das "postPost" mit Gastronomie und Kultur. Auch in Mönchengladbach möchte Catella innovative Konzepte aus dem Bereich Kultur und Musik einbringen. "Eröffnen wir doch schon mal die spätere Strandbar", meint Franken, im Liegestuhl lasse sich gut von der Seestadt mg+ träumen. Zudem soll eine Baumschule in der Seestadt aktiv werden und die Bäume einsetzen, die später das neue Quartier verschönern.

(ujr)