Projekt in Düsseldorf Baustart für 147 Sozialwohnungen im Grand Central

Düsseldorf · Das erste von zwölf Baufeldern wird in Angriff genommen. Die Gewinne werden in Sozialarbeit gesteckt, damit die Bewohner betreut werden können. Kritik gibt es erneut an der Adler Group.

 Im Grand Central in Oberbilk wurde am Dienstag der Grundstein für 147 Sozialwohnungen gelegt.

Im Grand Central in Oberbilk wurde am Dienstag der Grundstein für 147 Sozialwohnungen gelegt.

Foto: Uwe-Jens Ruhnau

Gut zwei Jahre lag das Grand Central hinter dem Hauptbahnhof brach. „Bauen statt spekulieren“ rief Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) aus, als es am Dienstag endlich die erste Grundsteinlegung auf dem Areal gab. 147 Sozialwohnungen sollen auf einem der zwölf Baufelder entstehen, rund 900 weitere Wohnungen sind geplant. „Da warte ich seit einem Jahr auf ein Zeichen“, sagte Keller – ein Gruß an die Adler-Gruppe, die durch eine Übernahmewelle zum Megakonzern wurde und für mehrere Großprojekte in Düsseldorf und ihre Verzögerung verantwortlich ist.

Der Weiterverkauf des Grundstücks war für die Catella-Gruppe ein lohnenswertes Geschäft, darauf wies am Dienstag das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum hin und sah „keinen Grund zu feiern“. Den kann es in den Augen der Aktivisten nur geben, wenn auch auf dem übrigen Grundstück die Bagger anrollen. Die Chancen dafür stehen vielleicht nicht schlecht, denn 2022 laufen die Baugenehmigungen aus.

Dennoch lobte das Bündnis die Sozialwohnungen, tatsächlich ist das Projekt besonders, Keller sprach von einer „großzügigen Geste“. Catella-Chef Klaus Franken errichtet den Komplex für seine Kinder und einen Unternehmer, der ungenannt bleiben will. Es werden keine Gewinne entnommen, von dem Geld sollen Sozialarbeiter bezahlt werden, die sich um die Bewohner kümmern, allen voran alleinerziehene Mütter. Franken berichtete von seinem eigenen Lebensweg mit Pleite und Scheidung der Eltern und einem Leben in Armut. Ähnlich war es bei dem Unternehmer, der seine Firma verkauft hat und nun eine Stiftung grünen will.