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Mönchengladbach: Hoteliers und GWSG streiten um Neubau

Mönchengladbach : Hoteliers und GWSG streiten um Neubau

In "schärfster Form" hat der Kreisgruppenvorstand des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) am Dienstag protestiert – gegen "Bestrebungen der Stadt, die Hotellandschaft weiter zu schwächen".

In "schärfster Form" hat der Kreisgruppenvorstand des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) am Dienstag protestiert — gegen "Bestrebungen der Stadt, die Hotellandschaft weiter zu schwächen".

Die Pläne der Stadttochter GWSG (Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft), auf einem von ihr bereits angekauften Grundstück an der Waldhausener Straße ein so genanntes Boarding House (hotelähnlicher Betrieb, in dem die Unterbringung für längere Zeit erfolgt) zu errichten, seien indiskutabel.

Weiter hieß es in der Pressemitteilung, alle Beteiligten seien aufgefordert, von dem Plan Abstand zu nehmen. "Hier soll mit städtischen Mitteln eine Konkurrenz für die Beherbergungsbetriebe geschaffen werden, die auch noch unter dem Deckmantel der ,Umfeldverbesserung' durch die GSWG beschrieben werden darf", schreibt Dehoga-Sprecher Andreas R. Graf.

Doch stimmen die Informationen überhaupt, die dem Vorstand der Kreisgruppe "zugetragen" wurden? Hinten und vorne nicht, sagt GWSG-Geschäftsführer Armin Maaßen. Weder sei das Grundstück, das der EWMG gehöre, bereits gekauft, noch gebe es dazu einen Beschluss des Aufsichtsrates, noch stehe das Thema auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung. "Fakt ist: Die GWSG hat sich nie und wird sich nie durch kurzfristige Vermietungen in Konkurrenz zu Hotelbetrieben begeben", so Maaßen.

Richtig sei, dass die GWSG das Grundstück kaufen wolle; richtig sei auch, dass man schon länger, auf Initiative des Interessenten, mit einer Bank verhandele, die dort ein bis zwei Etagen für Mitarbeiter anmieten möchte. Bisher sei es mit diesem einzigen Interessenten allerdings nicht zu einem Abschluss gekommen.

Man rede so oder so über Dauervermietungen ab fünf Jahren. "Und wir würden maximal einen Hausmeisterdienst und einmal pro Woche einen Putzservice anbieten", sagt Maaßen. "Also nichts, was in Richtung Hotellerie geht. Ich kann die Aufregung nicht verstehen." Alternativ sei an dem Standort auch normaler Mietwohnungsbau denkbar, um die "schwierige Lage" aufzuwerten.

Der Dehoga wittert hingegen "Wettbewerbsverzerrung": "Die (geplanten) Einnahmen aus der Bettensteuer sollen dafür aufgewendet werden, den Mitbewerb im Mönchengladbacher Beherbergungsmarkt weiter zu verschärfen und zu verzerren."

(RP)