1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Techniker mit Höhenflug

Mönchengladbach : Techniker mit Höhenflug

Beim Luft- und Raumfahrtkongress in Bremen stehen heute drei Achtklässler der Gesamtschule Hardt im Fokus. 300 Fachleuten zeigen die Gesamtsieger des bundesweiten Schülerwettbewerbs "Ideenflug" ihr Projekt.

Bis jetzt ist Maurice Faulstich noch nie mit dem Flugzeug geflogen. Das hinderte den 14-Jährigen aber nicht daran, zusammen mit Kevin Savarimuttu (13) und Benjamin Kenjar (13) beim bundesweiten Wettbewerb "Ideenflug" für Schüler im Alter von zwölf bis 18 Jahren anzutreten. Nach neuen Ideen für die Luft- und Raumfahrttechnik wird dabei gesucht, 30 Teams aus ganz Deutschland beteiligten sich. Der Gesamtsieg ging an Maurice, Kevin und Benjamin.

Im Technik-Unterricht an der Gesamtschule Hardt tüftelten sie drei Monate lang ihren Beitrag aus: eine kostenlose Software für Smartphone oder Tablet-PC, mit der Passagiere im Flugzeug zum Beispiel ihr Menü bestellen, auf dem Display bereitgestellte Filme anschauen oder Musik hören können. Dafür müssen die Geräte an einen Steckplatz an den Sitzen angeschlossen werden, die Software gibt es als so genannte Application (App) aufs Mobilgerät. Heute präsentieren sie die Idee beim 60. Luft- und Raumfahrtkongress in Bremen vor rund 300 Professoren und Unternehmern aus der Branche.

"Diese Idee der Vernetztheit hat viel Zukunft. Das ist ein ganz neues Kapitel der Logistik", findet Alexander Heide, Student der Luft- und Raumfahrttechnik an der Fachhochschule Aachen. Er traf sich einen Vormittag lang mit den drei Schülern im Selbstlernzentrum der Gesamtschule Hardt und feilte mit ihnen an dem Vortrag, den sie heute halten werden. Fünf bis zehn Minuten Redezeit haben die Gesamtschüler, um den Fachleuten ihre Idee zu erklären. Danach werden sie als Gesamtsieger des Wettbewerbs geehrt und bekommen ihren Preis. Die Idee zu ihrem Projekt mit dem Thema "Bedienung und Komfort" hatten die Schüler, als sie einen Film über die Entwicklung der Luftfahrt sahen. "Ich habe mal im Flugzeug 15 Minuten auf mein Essen gewartet", sagt Kevin. Mit ihrem System soll so etwas nicht mehr vorkommen. Das erleichtere ja auch die Arbeit der Stewardessen, sagt Benjamin. "Sie sehen an einem Bildschirm ganz genau, welcher Gast in welcher Reihe etwas bestellt", erzählt er. So spare sie Zeit, weil sie nicht mehr alle Reihen auf und ab laufen und die Gäste nach ihren Wünschen fragen müsse.

Schon am Flughafen könnte ihr Programm genutzt werden, haben sich die Schüler überlegt. So sei es möglich, die Passagiere am Boden zu informieren, wenn das Boarding beginne, sagt Maurice. Zu Hause ließe sich nachschauen, ob der Flug Verspätung hat. Maurice fände es toll, wenn das Schülerprojekt irgendwann verwirklicht würde. Spätestens dann würde er sicher mal selbst in einen Flieger steigen.

(naf)