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Mönchengladbach: Wieder mehr Geld für Parks

Mönchengladbach : Wieder mehr Geld für Parks

Die Stadt wollte ihre Ausgaben für Grünanlagen und Parks um 1,2 Millionen Euro kürzen. Gelitten hat der Bunte Garten, weniger der Schmölderpark. Bürger haben sich engagiert. 2012 tut die Stadt wieder deutlich mehr.

Wenn Horst Hübsch durch den Schmölderpark geht, blickt er zufrieden um sich. "Wir wollten hier ein Pendant zum Bunten Garten schaffen. Und das ist uns ganz gut gelungen", sagt der Ratsherr, Ex-Vorsteher des früheren Stadtbezirks Rheydt-West und Vorsitzender des Fördervereins Pavillon Schmölderpark. "Es ist jetzt wieder ein Park, in dem man spazieren gehen und sich erfreuen kann."

Das ist im Bunten Garten etwas anders. "Es sieht schon ein wenig ärmlich aus", sagt Elisabeth Dausner (65) mit traurigem Blick auf das Hauptbeet, wo statt der früheren Blumenpracht Erdgrau und nicht besonders attraktives Grün vorherrschen. "Schön ist es nicht, aber eben ein Kostenfaktor", ergänzt Egon Mund. Der 79-Jährige geht wie Elisabeth Dausner fünfmal die Woche in den Bunten Garten, zu allen Jahreszeiten.

Kein Zierpark

Der Kostenfaktor: Die nicht munter an Walking-Stöcken wie Egon Mund, sondern am finanziellen Krückstock gehende Stadt wollte im Mai den jährlichen Etat für Unterhaltung und Pflege ihrer Grünanlagen und Parks um 1,2 auf 10,2 Millionen Euro kürzen. Was sofort dazu führte, dass die einst prächtigen Blumenbeete im Bunten Garten nicht mehr bepflanzt wurden und nun trostlos wirken.

Der Schmölderpark im Rheydter Westen hat unter den städtischen Sparmaßnahmen weniger gelitten, auch wenn einige Blumenbeete "eingegrünt" wurden. "Er ist vom Charakter her anders, kein Zierpark wie der Bunte Garten, mehr durch Bäume und Sträucher geprägt", sagt Horst Hübsch. 1,5 Millionen Euro hat die Stadt – vor den nun aktuellen Sparmaßnahmen – in den Rheydter Park investiert, der "ziemlich verwildert und zugewachsen war", so Hübsch. Der Park wurde kräftig gelichtet, es sind Sichtachsen geschaffen worden, der verlandete Teich erhielt wieder einen natürlichen Wasserzufluss. Dass der 1935 errichtete Musikpavillon vor dem Gasthaus am Schmölderpark, der früheren "Vitrine", vor dem Abriss bewahrt wurde, ist dem großen Engagement des Fördervereins zu verdanken – wie schon 1893 Spenden der Bürgerschaft die Entstehung des Schmölderparks erst ermöglichten.

Engagiert haben sich nun auch Bürger. 8000 Euro hat der Förderverein "Netzwerk Bunter Garten" 2011 ausgegeben, um einen Teil wieder ansehnlicher zu gestalten. "Im nächsten Jahr werden wir Sonderprojekte finanzieren wie die Neugestaltung des Spielplatzes, die Bepflanzung des zugeschütteten Brunnens bei der Scharnhorststraße und Parkbänke", kündigt Netzwerk-Vorsitzender Kai J. Zerr an. Sein Verein ist 2011 von 34 auf aktuell 110 Mitglieder gewachsen – und es kommen weiter neue hinzu.

Der Schock vom Frühjahr, als die 1,2 Millionen Euro Einsparung beschlossen wurde, hat inzwischen einen Gutteil seines Schreckens verloren. Der Stadtrat hat nach dem öffentlichen Aufschrei das Sparziel deutlich gekürzt: Statt 1,2 Millionen sollen es (zunächst) nur noch 374 500 Euro pro Jahr sein, vor allem durch Einsparung von sieben Personalstellen. "2012 gibt es wieder eine Bepflanzung des Hauptbeets im Frühjahr und Sommer. Die Nebenbeete werden durch Dauerbepflanzung deutlich weniger Kosten erzeugen", sieht Zerr "die Situation nun entspannt".

(RP)