Mönchengladbach: Grace Sacher: Elektro-Pop statt Schlagerparty

Mönchengladbach: Grace Sacher: Elektro-Pop statt Schlagerparty

Ihr Song "Deine Vision" ist der neue Titelsong des Fernsehsenders "nrwision". Kennengelernt hat sich die Band Fynn beim Catering.

Als sich die Mönchengladbacherin Gracia Sacher mit ihrer Band Fynn beim Songwettbewerb des Fernsehsenders nrwision bewarb, winkte dem Gewinner noch eine professionelle Aufnahme des eigenen Stücks im Studio. Die hatte das Duo allerdings schon und so fanden sie sich nach ihrem Sieg in einem anderen Studio wieder – dem Fernsehstudio. Statt der Aufnahme gab es einen Videodreh zu ihrem Titel "Deine Vision".

In dem Lied, das ab sofort das Programm des Lernsenders prägen soll, singt Gracia Sacher in einer Kulisse aus Fernsehern und bunten Luftballons, während Bandkollege Moritz von der Forst die Gitarre zupft: "Es wird Zeit für deine Vision, hab den Mut was zu riskieren."

Auch wenn sie den Text auf den Sender und seine Formate zugeschnitten hat, ein wenig drücken die Zeilen auch ihren eigenen Weg aus. Auch die 26-Jährige, die sich selbst lieber Grace nennt, geht mutig ihren eigenen Weg und versucht, ihre Träume im Leben umzusetzen.

Obwohl sie noch für eine Online-Redaktion textet, bestimmt die Musik ihr Leben und ihre Pläne für die Zukunft. "Ich hatte nie einen Plan B", sagt Grace und erzählt, wie sie schon als Sechsjährige mit dem Geigespielen begann. Als ihr Bruder dann eine Band gründete, wollte sie unbedingt mitmachen – doch für die Geige gab es keine Verwendung. "Ich habe dann E-Bass gelernt", sagt Grace, die ihre Texte heute auch am Keyboard schreibt. Das Talent wurde ihr in die Wiege gelegt, auch die Eltern sind Musiker.

Doch für Grace Sacher sind die Instrumente inzwischen nur noch Mittel zum Zweck: "Ich konzentriere mich mehr aufs Singen und schreiben." Dafür hat sie an der Pop-Akademie Enschede sogar den Studiengang "Singer/Songwriter" belegt, aber nicht beendet. "Ich habe mich nicht mehr so frei gefühlt, das zu schreiben, was ich möchte", sagt sie rückblickend: "Irgendwie habe ich mich in den Texten nicht mehr wiedergefunden." Für die Gründung der Band war dann aber doch wieder der Bass verantwortlich. Ihren Bandkollegen Mo lernte sie nämlich beim Catering einer Fernsehshow von RTL2 kennen – als sie Schlagerbarden Jürgen Drews auf dem Instrument begleitete. "Mo war damals mit DJ Ötzi unterwegs", sagt Grace Sacher lachend: "Dabei ist Schlager eigentlich gar nicht so unser Ding."

Ihre eigene Musik würde sie als Elektro-Pop beschreiben, nebenbei textet sie auch für House-Künstler. Die Arbeit ist dabei sehr unterschiedlich. "Die Sprache ist anders und oft brauchen sie nur zwei Verse." In den eigenen Texten verarbeitet sie hingegen viel detaillierter Alltagseindrücke, Erlebnisse und Gefühle, die sie anschließend mit ihrem Bandkollegen bespricht. "Wir schicken uns die Texte und Songs per Mail hin und her", sagt Grace, manchmal würde sie auch erste Ideen per Handy aufnehmen. Details besprechen die beiden dann, wenn sie sich in ihrem Proberaum in Dortmund, wo Mo herkommt, treffen.

Dort arbeiten sie aktuell an ihrem ersten Album, das Anfang des nächsten Jahres erscheinen soll. "Wir wollen nichts covern", sagt Grace Sacher. Die Texte hat sie bereits fertig, auch einige Songs sind schon eingespielt. Ist das Album fertig, will Fynn damit auftreten. "Wir haben schon ein Akustik-Set in Planung." Auch "Deine Vision" wird dann dabei sein – live und nicht als Video.

(RP)