Mönchengladbach: Bis Sommer kein Fest auf Rheydter Marktplatz

Mönchengladbach : Bis Sommer kein Fest auf Rheydter Marktplatz

Der Rheydter Marktplatz bekommt eine Art "Welpenschutz": Das Pflaster soll sich erst setzen. Erst dann wird er für Großveranstaltungen freigegeben. Einen Teil des Pflasters lässt die Stadt bereits neu verlegen.

Grillkönige, die auf dem Marktplatz ihre Meisterschaft feiern — dies wird es dieses Jahr an diesem Standort in Rheydt nicht geben. Das Turmfest kann das Areal zwischen Hauptpfarrkirche und Rathaus 2014 ebenfalls nicht nutzen. Auch für Märkte steht es bis Sommer nicht zur Verfügung. Nur Fußgänger werden über den Marktplatz bereits in einigen Monaten laufen können. Und auch die japanischen Zierkirschen sollen dann erstmals blühen. Dass die Stadt bei Großveranstaltungen auf die Bremse tritt, hat einen Grund: Sie will das Pflaster erst nach den Sommerferien voll belasten.

"Der neue Belag und das Fugenmaterial benötigen eine Zeit, um sich zu setzen. Alles andere könnte zu Schäden führen. Der neu verlegte Pflasterbelag würde den Belastungen bei einer zu früh angesetzten Veranstaltung nicht standhalten. Zudem müssen die Fugen anschließend wieder neu eingefegt werden", so Bauleiter Jürgen Adams vom städtischen Fachbereich Ingenieurbüro und Baubetrieb.

Rheydter Händler gedulden sich

Ein Proteststurm gibt es deswegen nicht. "Dafür haben wir Verständnis und können dies nachvollziehen. Wir wollen, dass der Marktplatz richtig gut wird und werden so lange warten", verspricht Peter Felten, Vorsitzender des Rheydter Citymanagements. Zwar sind die finanziellen Einbußen durch die lange Bauzeit bei den Geschäftsleuten erheblich — doch die Marktplatz-Planer bekommen deren Ärger darüber nicht ab. Felten: "Wir gedulden uns weiter und wollen den Marktplatz erst im September beim Blumensonntag voll nutzen."

Der Chef der Rheydter Einzelhändler mahnt allerdings: "Im Anschluss daran lässt die Stadt den Platz vor der Stadtsparkasse sanieren und die Marktstraße verändern. Da muss das Zeitfenster kurz sein und eingehalten werden. Noch so eine lange Durststrecke kann sich der Handel nicht leisten."

Wolkenartiges Muster sorgt für Probleme

Dass ein Teil des Pflasters neu verlegt werden muss, soll die Marktplatz-Fertigstellung nicht gefährden. Das Berliner Unternehmen Planorama, das die 8000 Quadratmeter große Fläche gestaltet hat, zog die Reißleine: Seine Gutachter, die alle Arbeiten begleiten, stellten fest, dass das wolkenartige Muster auf dem Pflaster nicht dargestellt werden kann.

Es sei sehr kompliziert, die unterschiedlichen Naturmaterialien aus Basalt, Porphyr und Grauwacke so zu verlegen, dass sie am Ende eine Platzintarsie bilden, teilte die Stadt mit. Auf einem Teil an der Hauptstraße müssen nun die Fugenabstände korrigieren werden. Die Kosten dafür trägt die Pflasterfirma. "Wir kommen deswegen zeitlich nicht in Verzug", so der städtische Experte Jürgen Adams.

Nächstes Teilprojekt: Grünfläche entlang der Limitenstraße

Dies ist noch zu tun: Derzeit werden Unterflurverteiler abgedichtet, über die Marktbeschicker und Veranstalter Strom und Wasser bekommen. In den Zelten, die auf dem Marktplatz stehen, befinden sich Lüfter zum Trocknen der Flächen, damit die Verteiler eingedichtet werden können. Vor Rathaus und Karstadt-Gebäude wird momentan eine Fläche mit Frostschutzkies und Schotter eingefüllt und verdichtet.

Außerdem laufen die Arbeiten rund um die Evangelische Hauptkirche auf Hochtouren: Die Kirche bekommt ein Podest, das als Terrasse angelegt werden soll. Eine neue Grünfläche entlang der Limitenstraße über der neuen Tiefgaragen-Einfahrt ist das nächste Teilprojekt.

Neue Tiefgarage ist nicht undicht

Nach der Fertigstellung des Marktes geht's an der Marktstraße, vor der Stadtsparkasse und der Harmoniestraße weiter. Als letzte Bausteine des Innenstadtprojektes folgen der Umbau des Tellmann-Platzes, der Bahnhofstraße und der Langensgasse sowie Flüsterasphalt auf der Limitenstraße.

Auch ein Gerücht bewahrheitete sich nicht: Die neue Tiefgarage sei wieder undicht, hieß es. Es kam auf, weil die Rolltore geschlossen und die Parkebenen mit Wasser geflutet wurden. Der Grund ist ein anderer: Parkplatz-Betreiber PPG probierte eine neue Reinigungsmaschine aus.

(RP)
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