Erkrath: Kultur gut stärken

Erkrath: Kultur gut stärken

Beim Frühstück auf dem Bavierplatz suchen Kunstschaffende das Gespräch mit den Bürgern.Es ist ein Zeichen für kulturelle Vielfalt und gegen den Kulturabbau.

Den "Welttag der kulturellen Vielfalt", von der UNESCO vor zehn Jahren erstmals ausgerufen, nutzten am Samstag Kunstschaffende und Kunstvermittler, um mit Erkrathern und Erkratherinnen ins Gespräch zu kommen. Initiatorin Elke Nußbaum, im wahrsten Sinne des Wortes eine Kulturinteressierte Bürgerin, hatte den Aufruf des Deutschen Kulturrats zum Anlass genommen, in Erkrath "ein Zeichen für kulturelle Vielfalt und gegen den Kulturabbau zu setzten".

"Kulturelle Vielfalt umfasst nicht nur die Hoch- sondern auch die Breitenkultur," lautete denn auch einer der Kernsätze, mit denen sie nach dem Grußwort der stellvertretenden Bürgermeisterin Edeltraut van Venrooy die Besucher willkommen hieß. "Kultur braucht das Gespräch," forderte sie Besucher und Aussteller auf, sich bei einem gemeinsamen Frühstück miteinander auszutauschen. "Kultur gut stärken", das Motto des Aktionstags, wurde unter der Lothringischen Markthalle anschließend in doppeltem Sinne umgesetzt.

Reich gedeckte Tische

An den reich gedeckten Tischen tauschten die Besucher nicht nur ihre Meinungen zum Thema Kunst aus, sondern auch das, was jeder zum Frühstücken dabei hatte. Wolfgang Sendermann, Initiator der "Erkrather Kunstwege", zeigte neben seinen künstlerischen Qualitäten als Bildhauer und Maler auch sein Talent als Hausmann: "Das ist eine Kürbis-Ananas-Marmelade mit Ingwer," verriet er auf Nachfrage seiner begeisterten Tischnachbarn. Einen Tisch weiter konnten die Besucher testen, wie es um die eigene Kreativität bestellt ist. Siglinde Gharadjedaghi hatte aus Pappmasche und Tapetenkleister geformte Vogel-Rohlinge dabei, die die Besucher mit Farben und Federn zu Unikaten werden ließen. "Aus dieser Masse stelle ich auch die Köpfe und Gliedmaßen der Handpuppen und Marionetten her, die ich ganz nach den Wünschen meiner Kunden gestalte," so die sympathische Rentnerin, die eigentlich Goldschmiedin ist. "Aber davon kann ich leider nicht leben," sagt sie bedauernd und spricht damit die schwierige Lage vieler Künstler an. Ein besonderes Geschenk erhielt Büchereileiterin Michaele Gincel-Reinhard: "Niment Köse hat mir zwei ihrer Bücher für die fremdsprachliche Abteilung der Bücherei geschenkt." Die engagierte türkische Schriftstellerin, die Gedichte und Aphorismen in ihrer Muttersprache verfasst und nach einem Verlag und einem Übersetzer sucht, wird eine zweisprachige Lesung mit Elke Nußbaum veranstalten.

Nach der Erkrather Premiere des Welttags der Kultur ziehen Initiatorin Elke Nußbaum und die Beteiligten positive Bilanz: "Die Leute sind miteinander ins Gespräch gekommen. Genau das wollten wir erreichen."

(RP)