Mettmann: Probesitzen am Richtertisch

Mettmann : Probesitzen am Richtertisch

Das Amtsgericht Mettmann lädt erstmals in das neue Gebäude ein.Beim Tag der offenen Tür präsentiert sich den Besuchern ein modernes, freundliches Justizgebäude.

"Alle meine Traumberufe haben etwas mit der Justiz zu tun, wie Polizistin oder Richterin. Heute habe ich zum ersten Mal die Gelegenheit, einen solchen Wunscharbeitsplatz zu beschnuppern." Die vierzehnjährige Sandra Lindner freute sich am Samstag, das Amtsgericht Mettmann besichtigen zu können. Die Bevölkerung war erstmals eingeladen zum Tag der offenen Tür, um das moderne Gebäude an der Gartenstraße zu besichtigen.

"Statt mit unangenehmen Gefühlen und innerer Anspannung vor dem erwarteten Gerichtsverfahren können sich heute hier alle ohne Zwang und in Ruhe umschauen." Ute Richter, stellvertretende Geschäftsleiterin des Amtsgerichts, macht besonders auf die aufwendigen Lichtinstallationen aufmerksam, die das neue Gebäude in verschiedene warme Farben tauchen und Wohlfühlatmosphäre schaffen. Mitarbeiterin Kerstin Pilz führt die Besucher durch den Justizkomplex von der Sicherheitsschleuse und den Zellen bis in die Gerichtssäle und zeigt, dass sich das Gebäude sehen lassen kann.

Runder Tisch für Familien

Die Architektur hat die inhaltlichen Konzepte moderner Justiz aufgegriffen. So schafft zum Beispiel der Familiengerichtssaal durch seine runde Sitzordnung ein Miteinander statt Konfrontation. "Die Parteien sitzen an einem runden Tisch. Das verdeutlicht, dass Einigung das Ziel des Verfahrens ist", erklärt Pilz.

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Neben der Besichtigung des Gebäudes wird ein buntes Programm angeboten. Mitarbeiter werden zu Laienschauspielern und zeigen bei der gespielten Versteigerung einer Immobilie, einer Scheidung oder einem Strafverfahren den Ablauf verschiedener Sitzungen. An Ständen stellen sich verschiedene Institutionen aus dem Bereich der Justiz vor. Die Polizei ist mit Themen da, die für Besucher des Amtsgerichts relevant sein können, wie den polizeilichen Opferschutz, und trumpft bei den Kindern mit dem neuesten Polizeimotorrad auf. Die Justizvollzugsanstalt Wuppertal-Vohwinkel zeigt auf Plakaten das Leben hinter Gittern und verkauft Produkte aus ihren Werkstätten.

Lob für die Mitarbeiter

Der Direktor des Amtsgerichts, Thomas Künzel, ist zufrieden mit dem Tag. "Wir haben viele nette Besucher heute hier. Am meisten freue ich mich aber, dass so viele der Mitarbeiter an ihrem freien Samstag hier sind. Trotz der Belastung spricht das für das gute Arbeitsklima. Ich bin richtig stolz auf diesen Zusammenhalt."

Sandra Lindner hat sich derweil am Infostand über "Berufswege in der Justiz" mit Prospekten eingedeckt. "Ich habe viele interessante Sachen heute erfahren. Mein Berufswunsch hat sich durch diesen Tag noch weiter verfestigt."

(RP)
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