Wülfrath: Pfadfinder feiern 60-Jähriges

Wülfrath : Pfadfinder feiern 60-Jähriges

Beim Stammesfest wird an die Werte erinnert: Es geht um das Miteinander.Christliche Grundsätze und ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Natur werden vermittelt.

Beim Stammesfest werden eifrig dicke Holzscheite zu geeigneten Feuerhölzern bearbeitet. Feine Holzspanlocken sammeln sich in der Mitte einer kreisrunden Feuerschale zu einem kleinen Haufen, um den anschließend Reisig gestellt wird. "Nimm keine breiten Äste, damit erstickst du die Flammen nur", erklärt ein Junge mit grünem Halsband. Feuermachen und Knotenbinden – zwei Aktivitäten, die man unweigerlich mit Pfadfindern in Verbindung bringt. Dass "Pfadfinder sein" letztendlich doch einiges mehr bedeutet, machte der Stamm Franken, der Wülfrather Verband der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), bei seinem Stammesfest anlässlich seines 60-jährigen Bestehen deutlich.

"Bei den Pfadfindern geht es vor allem um das Miteinander in einer Gruppe, in der auf den Anderen geachtet wird, wobei der Wettkampfgedanke in den Hintergrund tritt", sagte Holger Schmidt, Vorsitzender der Rover (Altersgruppe 16 bis 20 Jahre) und selbst seit 1993 im Stamm Franken. Durch die Zugehörigkeit der DPSG zur katholischen Kirche gründen sich die im Stamm vermittelten Werte vor allem auf christliche Grundsätze zur Regelung einer friedlichen Gemeinschaft. Darüber hinaus werde den Kindern und Jugendlichen ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Natur vermittelt, der in einer Zeit von Computern und Internet immer wichtiger sei.

Moderne Schnitzeljagd

"Über den direkten Kontakt mit der Umwelt lernen die Kinder, Natur zu achten und bewusst zu erleben. Vom klassischen Feuermachen über modernes Geo-Cashing, also eine Schnitzeljagd mit GPS-Geräten, bis hin zur Wanderung mit Zeltübernachtung gibt es die spannendsten Möglichkeiten, Natur zu entdecken", so Schmidt. Eine Erfahrung, die Christoph Heimansberg selber als Pfadfinder gemacht hat und weiterreichen will. "Für mich war es wichtig, die Natur in der Gemeinschaft zu erleben und daran teilweise die eigenen Kräfte zu messen. Das möchte ich auch meinen eigenen Kindern vermitteln." Sein Sohn Patrick ist daher ein stolzer Wölfling, ein Pfadfinder in der Altersgruppe von sechs bis zehn Jahren. Auf seiner beigenfarbenen Kluft prangt ein grüner Aufnäher mit einem Cartoonwolf, ein Zeichen für sein Pfadfinderversprechen, "immer gut und nicht verschwenderisch zu handeln."

Wöchentliche Treffen

Einmal wöchentlich trifft er in den Gruppenstunden Pfadfinder seiner Altersgruppe, wo Gruppenleiter an die Werte der Gemeinschaft heranführen. "In den jüngeren Gruppen wie bei den Wölflingen oder Jungpfadfindern, zehn bis 13 Jahre, wird alles sehr spielerisch vermittelt. Mit Pfadfindern, 13 bis 16 Jahre, und Rovern führen wir dagegen schon Projektplanungen oder organisatorische Aufgaben durch", sagte Claudia Bauer, seit acht Jahren Gruppenleiterin im Stamm Franken.

Die nächste größere Veranstaltung, die es zu organisieren gilt, ist ein viertägiges Fronleichnams-Zeltlager im Neandertal.

(RP)
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