Erkrath: Service auf drei Rädern

Erkrath : Service auf drei Rädern

Immer mehr ältere und körperbehinderte Menschen nehmen den Einkaufs-, Wasch- und Bügelservice des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer in Anspruch. Der Verband zieht eine positive Bilanz

Die Bilanz nach rund einem Jahr "Flotte Tüte" und "Rundum Picobello" fällt bei den Verantwortlichen von SKFM als Anbieter und der beiden Katholischen Kirchengemeinden als Unterstützer einhellig positiv aus. Seit dem offiziellen Start des Einkaufdiensts sowie des Wasch- und Bügelservices Anfang November 2009 wächst die Zahl derjenigen, die aus Alters-, gesundheitlichen oder beruflichen Gründen die Dienste in Anspruch nehmen, kontinuierlich. Seit Herbst 2010 ist auf Wunsch der Kunden ein weiteres Angebot dazu gekommen: Unter dem Namen "Blitzblank" werden z. B. Treppenhausreinigung, Schnee-Räumdienst oder auch kleinere Reparaturen im Haushalt und Gartenhilfe angeboten.

Demografischen Wandel im Blick

"Mit diesen Diensten reagieren wir einerseits auf den demografischen Wandel", erklärt Norbert Baumgarten, Leiter des SKFM Erkrath. "Immer mehr Ältere und auch Menschen mit Behinderung möchten im Quartier bleiben, sind aber mit fortschreitendem Alter oder aus Krankheitsgründen nicht mehr in der Lage, für sich einkaufen zu gehen oder ihren Haushalt allein zu führen. Auch alleinerziehende Mütter, die arbeiten gehen, sind froh über Unterstützung, wenn es ums Waschen und Bügeln oder das Anbringen einer Gardinenstange geht. Wir fragen nicht nach dem sozialen Hintergrund, sondern helfen, wenn Hilfe benötigt wird."

Ganz wichtig ist Baumgarten und seiner Kollegin Ursula Geisen ein weiterer Aspekt: "Viele ältere oder bewegungseingeschränkte Menschen haben wenig bis gar keine sozialen Kontakte. Da wissen sie es sehr zu schätzen, dass unsere Mitarbeiter nicht unter dem straff getackten Zeitplan anderer Liefer- und Zustelldienste stehen und auch Zeit für ein Schwätzchen oder eine Tasse Kaffee haben."

Diesen zwischenmenschlichen Aspekt genießt auch Marion Mattern, die mit dem Ape, wie der dreirädrige Kleintransporter aus Italien im Volksmund heißt, zu ihren Kunden fährt: "Wenn man sich wirklich die Zeit nimmt, die man für jeden Kunden haben möchte, ist das als Alleinkämpfer nicht wirtschaftlich zu betreiben. Jetzt ist der Zeitdruck nicht so stark." "Wir können drei Langzeitarbeitslosen wieder eine feste Arbeit anbieten, die außerdem noch sinnstiftend und sozial nützlich ist," freut sich auch Fachbereichsleiterin Ursula Geisen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE