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Wülfrath: Ex-Schule: Streit um den Wohnungsbau

Wülfrath : Ex-Schule: Streit um den Wohnungsbau

Stadtverwaltung, Bürgerverein und die Parteien sind sich nicht einig, welche Häuser auf dem Gelände entstehen sollen.

2008 wurde das Aus für die Grundschule Rohdenhaus be-schlossen, noch in diesem Jahr wird das leerstehende Gebäude abgerissen. Fest steht: Die Fläche soll dann bebaut werden. Wann und wie, diese Fragen bleiben bisher ungeklärt. Dass ihre Schule nie wieder ihre Türen öffnet: Das haben die Bürger in Rohdenhaus längst akzeptiert. Umso wichtiger ist es den Anwoh-nern, dass möglichst bald für das Grundstück eine Lösung gefunden wird.

Planungssicherheit wünscht sich Bürgervereinsvorsitzender Alexander Faoro. "In Rohdenhaus wurden Spielplätze abgebaut, nun fällt auch der Schulhof als Freizeitfläche ersatzlos weg", weiß der engagierte Anwohner. "Wir sind nicht gegen eine Bebauung, sehen in ihr vielmehr die Chance, dass sie Anlagen wie Kinderspielplätze in unseren Stadtteil zurückbringen wird."

Um einen schnellen Fortschritt zu gewährleisten, möchte die Wülfrather Politik für das Areal einen Investor suchen. SPD-Vizevorsitzende Bettina Molitor glaubt, dass so eine zügige Bebauung erreicht werden kann. Axel Effert stimmt ihr zu. "Ein Bauunternehmer hat Augen und Ohren auf dem Markt", glaubt der CDU-Fraktionschef. "Er würde zeitnah genau das umsetzen, was zurzeit auch nachgefragt wird."

Welche Art von Bebauung das sein könnte, da hat Effert bereits eine Vermutung. "Reihenhäuser mit kleineren Grundstücken wären für junge Familien attraktive und erschwingliche Eigenheime", prognostiziert er. Ein privater Investor und Reihenhäuschen: Die Verwaltung sah das zunächst anders. 22 Doppelhaushälften und Einfamilienhäuser waren eigentlich geplant, eine Eigenvermarktung statt eines Bauträgers gewünscht. Doch gegen das Vorhaben von Kämmerer Rainer Ritsche bereits jetzt einzelne Flächen zu verkaufen, stimmte der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung jüngst einstimmig: "Einzelne Stücke herauszubrechen, das macht keinen Sinn und das Land für einen Bauträger später nur unattraktiv", glaubt Effert.

Auch wenn sich alle Parteien einig sind, dass bald etwas in Rohdenhaus geschehen muss: Wie das Gelände letztendlich auszusehen hat, darüber gibt es bisher keine abgesegneten Pläne.

"Zumindest hat uns die Stadt zugesichert, dass wir nach dem Abriss nicht in eine Baugrube schauen müssen", erklärt Alexander Faoro. "Die Fläche wird nach der Beendigung der Arbeiten wieder eben aufgeschüttet." Um den Rohdenhausern bald mehr Klarheit bieten zu können, möchte die SPD einen Antrag auf ein Planungskonzept stellen, verrät Molitor: "Die Menschen vor Ort sollen wissen, was mit ihrem Ortskern passiert."

Effert ist sich zumindest sicher, dass, wenn ein Investor gefunden und ein Konzept beschlossen ist, die Bebauung auch die Rohdenhausener Mitte bereichern werde: "Nun erfolgt erst einmal der Abriss. Der Rest ergibt sich dann Schritt für Schritt."

(nibo)