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Mettmann: Mettmann schafft Restmüllsäcke ab

Mettmann : Mettmann schafft Restmüllsäcke ab

Aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen ist ab 2015 nur die Restmülltonne zulässig. Kleinere Tonnen werden angeboten.

Der Restmüllsack hat in Mettmann ausgedient. Zum 1. Januar 2015 sollen die grauen Säcke durch Müllbehälter ersetzt werden. Der Grund: Die körperlichen Belastungen der Müllwerker sind zu groß. "Die Unfallkasse NRW hat die Restmüllentsorgung wiederholt kritisiert und Handlungsbedarf festgestellt", sagt Fachbereichsleiter Reinhold Salewski. Die Verwaltung hat daraufhin die Restmüllsackabfuhr unter arbeitsschutzrechtlichen Gesichtspunkten näher untersucht. Das Ergebnis: Die Belastungen für die Müllwerker, die täglich mehrere Hundert Säcke in die Mulde einwerfen müssen, ist zu hoch. "Besonders die Dreh- und Wurfbewegungen schädigen die Wirbelsäule und die Handgelenke", sagt Angelika Dünnwald, Leiterin des Bauhofs. "Bandscheibenvorfälle und Hexenschüsse kommen bei den Müllwerkern häufig vor. Teilweise mussten wir Arbeiter umsetzen oder sie schieden aus dem Berufsleben aus", sagt Dünnwald.

Hinzu kommt, dass die Müllsäcke im Laufe der Jahre immer schwerer geworden sind. "Die Bürger trennen im Gegensatz zu früher den Müll. Plastik und Bioabfall landet in den entsprechenden Säcken beziehungsweise Tonnen", so Salewski. Im Restmüllsack befindet sich dann nur noch schwerer Restmüll, der zusammen gedrückt ist. Teilweise seien die Müllsäcke bis zu 21 Kilogramm schwer, zulässig sind maximal 15 Kilo. Müllwerker beklagen sich zudem über Schnittverletzungen. Oft befinden sich Glasstücke im Restmüllsack. Ein weiterer Grund: Die Mettmanner Müllfahrzeuge verfügen über eine Ladekante von 1,50 Meter Höhe. Um Müllsäcke in die Schütte einzuwerfen, darf die Kante maximal 1,20 Meter hoch sein. Seit dem 1. Januar 2012 besteht in Mettmann die Möglichkeit, Restmülltonnen zu nutzen. Die Zahl der Restmüllsäcke ging in 2011 von 385 000 auf 275 000 in 2014 (also 30 Prozent) zurück. Das bedeutet: Die Restmülltonne ist auf dem Vormarsch. "Aber noch immer nutzen 900 Ein-Personen-Haushalte den Müllsack. Dies soll künftig der Vergangenheit angehören. "Wir werden auch 40-Liter-Tonnen anbieten. Das entspricht einer Restmüllausstattung von 15 Säcken pro Jahr", sagt Abfallberater Wolfgang Orts. Hinzu kommen Tonnen mit 60, 80, 120 und 240 Litern. Also je nach Bedarf und Größe des Haushalts. Die Verwaltung appelliert an die Hauseigentümer, den Mietern Gemeinschafstonnen anzubieten, um so auch die Müllentsorgungspreise auf einem bezahlbaren Niveau zu halten.

"Ab Ende November werden wir die neuen Restmülltonnen verteilen. Die Restbestände an Müllsäcken können bis Ende Januar 2015 verwendet werden", sagt Salewski. Der Bürger kann bis Ende März 2015 noch Müllsäcke beim Recyclinghof kostenfrei abgeben.

In der Oberstadt soll es möglicherweise eine Ausnahmeregelung geben, sagt Salewski. Sollte es dort nicht möglich sein, Mülltonnen im Hinterhof oder in der Einfahrt abzustellen, könnten die Bewohner weiter Müllsäcke verwenden. "Wir wollen so das Bild in der Oberstadt nicht durch Restmülltonnen am Straßenrand beeinträchtigen", sagt Reinhold Salewski.

(RP)