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Erkrath: Erkrather starten ihren Straßenkarneval

Erkrath : Erkrather starten ihren Straßenkarneval

Vor Weiberfastnacht strömt man traditionell zum ersten Jeckenumzug der Region. Regen endet pünktlich um 14.11 Uhr.

Es ist gute Tradition im Erkrather Winterbrauchtum, dass der Straßenkarneval eine Woche vor den anderen Umzügen stattfindet. So genossen die großen und kleinen Narren, die Jungen und die Alten am Samstag das erste Großereignis im Kreis Mettmann. Ab 11.11 Uhr mobilisierten "Die Letzten Hänger" die Erkrather mit einem Programm auf dem Biwak unter der Bahnsteighalle.

Allgegenwärtig auf der Bühne und im Publikum Vorstandsdame Gabi Bunk. Das Einheizen besorgte der Kölner Karnevalssänger "De Köllsche Fleech" (Flegel). Viele Prinzenpaare warteten mit großem Gefolge auf. Die Närrischen Schmetterlinge aus Flingern brachten sogar Prinz, Jungfrau und Bauer mit.

Ein besonderes Heimspiel aber genoss das Unterbacher Prinzenpaar Johannes I. und Sandra I. mit Tanzgarden, Adjutanten und Musketieren. Von der Biwak-Bahnsteighalle zum Zoch-Aufstellplatz mussten die Karnevalisten nur wenige Meter zu Fuß gehen. Pünktlich um 14.11 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung. Ob die sportliche Anfangsgeschwindigkeit bis zum Schluss eingehalten werden konnte, wer weiß.

Den strammen Schritt schafften problemlos die kickernden Jungs vom SSV Erkrath, die laut Wagenmotto unbedingt nach Brasilien wollten und in beeindruckend großer Zahl am Zug teilnahmen. Die zweifellos gesetzteren Hubbelrather Dorfmusikanten schafften das Tempo spielend — sie wurden gefahren. Ein Freundeskreis mit zauberhaften Nixen- und Krakenkostümen begeisterte die schunkelnden Zuschauer am Straßenrand schon zu Beginn des Umzuges an der Gerberstraße.

Eine zweite Freundes- und Familiengruppe schien aus Entenhausen über Schlüter- und Hochdahler Str. entlaufen zu sein, steckte in bunten Swimming Pools und verteilte gelbe Quietscheentchen. Hochelegant in Blau-Weiss der Erkrather Tennisclub gleichen Namens. Nicht minder vornehm die Damen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Mittelalter-Hofstaat zu Fuß. Fahren ließen sich hingegen die Männer. Für die Erkroder Jonges war Alfred Niek mit seiner Sita Köppen auf einem seiner historischen Traktoren als Eisenbahner unterwegs. 175 Jahre Eisenbahn Erkrath repräsentierten die Beiden. Viele Kinder (Schulen und Sportvereine) hatten ihren Riesenspaß. Wer sich hinter der Alienschule verbarg, war allerdings im Gedränge nicht auszumachen.

Einige Ratsmitglieder von SPD, Grünen und BmU vergnügten sich auch. Politisch ging es zu, wenn zu lesen war "Erkrath spielt Stadtrat" oder etwa "Statt Entwicklung". Auf der mit begeisterten Jecken gefüllten Bahnstraße angekommen, erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt.

Die Wagen der Letzten Hänger und der Großen Erkrather Karnevalsgesellschaft schienen endlose Kamelle-Reserven zu haben. Aber für winterliche Schniefnasen wurde auch gesorgt, denn Papiertaschentücher-Päckchen regnete es ohne Ende. Die Düsselpiraten verteilten Totenkopf-Fähnchen und die Grünen bebilderte Jahreskalender.

(gund)