Fußball: VfB 03 hält die Sportfreunde auf Distanz

Fußball : VfB 03 hält die Sportfreunde auf Distanz

Die Hildener Fußballer gleichen im Oberliga-Derby die 1:0-Führung der Baumberger aus und behalten damit ihr komfortables Polster zur Abstiegszone, die nach jetzigem Stand die Mannschaft von Markus Kurth anführt.

VfB Hilden — Sportfreunde Baumberg 1:1 (0:1). Als Schiedsrichter Alexander Hoff das Oberliga-Derby endlich abpfiff, brach aus Toni Molina unbändiger Jubel heraus. Denn mit der Punkteteilung war der VfBTrainer hochzufrieden, halten die Hildener damit doch den Sieben-Punkte-Abstand zu den Baumbergern, die derzeit auf Rang 15 in akuter Abstiegsgefahr sind. Kurz zuvor stockte Molina noch der Atem, als Erkan Ari den Ball an den rechten Pfosten jagte.

"Das wäre aber ungerecht gewesen", atmete der 41Jährige in der Pressekonferenz noch einmal tief durch. Wesentlich emotionsloser analysierte Markus Kurth den Spielverlauf. "In der ersten Halbzeit haben wir ordentlich gespielt und sind durch einen schönen Spielzug in Führung gegangen", konstatierte der SFB-Coach. Dann aber gestand Kurth: "Ich bin immer noch etwas enttäuscht über die zweite Halbzeit, in der wir nicht mehr agiert, sondern nur noch reagiert haben." Deswegen nannte Kurth das Ergebnis "absolut in Ordnung".

Vor über 350 Zuschauern boten beide Mannschaften in der ersten Halbzeit keinen wirklich sehenswerten Oberliga-Fußball. Die erste Chance hatten die Baumberger durch einen Freistoß von Sebastian Schweers, den Torhüter Sebastian Siebenbach jedoch hielt (5.). Dagegen kamen die Hildener erstmals durch Emrah Cavdar gefährlich vors SFB-Gehäuse, ein Verteidiger blockte den Schuss aber ins Seitenaus ab (22.). Wenig später versuchte es Louis Klotz mit einem Heber, als Siebenbach etwas zu weit vor dem Kasten stand, doch das Leder ging deutlich über die Latte (25.). Fast typisch für das schwache Niveau der ersten Halbzeit war der Freistoß, den Klotz von der halbrechten Seite keineswegs gefährlich vors Tor brachte, sondern statt dessen in die Wolken jagte (38.). Trotzdem gingen die Gäste fünf Minuten später in Führung. Als Klotz aus der eigenen Hälfte einen langen Pass auf die rechte Seite zu Erkan Ari schlug, reklamierten die Platzherren vergeblich Abseits. Ari nutzte die gute Gelegenheit und markierte per Heber von der Strafraumgrenze die 1:0Führung — erneut stand Siebenbach zu weit vor dem Kasten.

Wie verwandelt kamen die Hildener aus der Kabine zurück. Nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff erarbeiteten sie sich die erste große Chance zum Ausgleich, als Emrah Cavdar von der Grundlinie zurück auf Fabian Andree passte, doch Jonas Selas den Schlenzer parierte. Dann köpfte Marcel Bastians einen Andree-Freistoß am linken Pfosten vorbei (49.). Und Robin Weyrather prüfte Keeper Selas mit einem strammen Schuss aus 16 Metern (64.). Nur 60 Sekunden später durften die VfB-Fans endlich jubeln. Stefan Schaumburg leitete den Ball kurz zu Emrah Cavdar weiter, der entschlossen ins rechte untere Eck zum 1:1 vollendete.

In der Folge forcierten die Hildener weiter das Tempo. Die beste Chance zum Siegtreffer hatte Schaumburg, der nach einem langen Einwurf von Weyrather aus der Drehung abzog, aber um Zentimeter das Tor verfehlte (87.). Und dann folgte eben noch jener Schreckmoment mit dem Baumberger Pfostenknaller. "Zum Glück war da der Fußball-Gott auf der richtigen Seite", stellte Toni Molina fest. Zugleich richtete der VfB-Coach den Blick nach vorne: "Wir müssen ruhig bleiben und weiter arbeiten. Es gibt noch viele Punkte zu vergeben — und wir werden die Oberliga halten." Bereis nächsten Samstag (14.30 Uhr) geht der Kampf weiter mit der vorgezogenen Partie beim TV Jahn Hiesfeld.

(RP)
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