1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann

Wülfrath: Bauer sucht Frau: Date beim Winterfest

Wülfrath : Bauer sucht Frau: Date beim Winterfest

Beim 44. Treff der Landjugend im Paul-Ludowigs-Haus persiflierte der Landwirtschaftsnachwuchs die bekannte Fernsehserie.

Das wurde aber auch Zeit: Endlich haben Inka Bause und ihr "Bauer sucht Frau"-Team das Potenzial entdeckt, das in den einsamen Singleherzen junger Landwirte im Kreis Mettmann steckt. Beim 44. Winterfest der Landjugend Wülfrath-Aprath schaute die Erfolgsmoderatorin (Tanja Schreiber) im Paul-Ludowigs-Haus vorbei und fühlte den kuriosen Gestalten auf den Zahn.

Während sich der Thü-ringer Thomas mit dem schwer erziehbaren Sohn der feurigen Friseurin Frauke rumschlagen musste, kamen sich der raue Rinderwirt Roland und die eitle Einzelhandelskauffrau Erika vom Erkrather Edeka näher. Vor einer Schattenwand demonstrierten die beiden geschlechterspezifische Unterschiede beim Duschen. So nutzen Frauen für jede Körperzone einen anderen Waschlappen, während Männer neben der Haarwäsche unter der Dusche gelegentlich noch andere "Geschäfte" erledigen.

Erika staunte dann auch nicht schlecht, als Roland ihr seine Kuhherde zeigte. Doch die Stimmung im Stall ist schlecht. Die muhenden Grasfresser sind eifersüchtig auf Erika und müssen mit tierischen Yogaübungen beruhigt werden. Mit Erfolg: Nach getaner Arbeit hebt Kuh Elsa in der entspannten Grundhaltung den Schwanz und tut es ihrem Herrchen unter der Dusche gleich. Keine Sendung ohne Gewinnspiel, das sich bei der Landjugend wieder als große Tombola entpuppte. Doch Vorsicht bei der Hotline: "Die Mobilfunkpreise können bis zur Privatinsolvenz abweichen."

Die Lacher hatten die Organisatoren auf ihrer Seite. In Sketchen und musikalischen Einlagen demonstrierten sie die Vielfältigkeit ländlichen Lebens, das für junge Menschen immer noch attraktiv zu sein scheint. "Einige von uns wollen Ausbildungen im landwirtschaftlichen Bereich machen", erzählt Schriftführerin Katharina Printz. Sie selbst strebe zwar den Beruf der Steuerberaterin an, "aber jeder muss selbst seine Erfahrungen sammeln und dann entscheiden, ob ihm das Landleben gefällt."

Die 17-Jährige wurde Anfang Januar neu in ihr Amt gewählt, ebenso wie Vorstandsmitglied Sebastian Kneer (16). Beide stehen stellvertretend für einen Generationenwechsel, der sich zurzeit durch die Landjugend zieht und der in Zukunft auch Bernd und Beate Kneer erreichen könnte. Sebastian nämlich will den elterlichen Ackerbau-Betrieb in Flandersbach übernehmen. "Das ist eine sehr abwechslungsreiche Arbeit und kein Bürojob", zählt er die Vorteile der Landwirtschaft auf. Er weiß allerdings von den Nachfolgeschwierigkeiten anderer Höfe. "Das ist ein generelles Problem. In meinem Alter haben die meisten andere Vorstellungen vom späteren Berufsleben." Die Landjugend jedenfalls ist mit frischem Nachwuchs neu aufgestellt und voller Tatendrang. Im Sommer soll wieder eine Beach-Party steigen. Ferner ist ein Tag des offenen Hofes geplant, um Besucher über die tägliche Arbeit zu informieren - ganz ohne TV-Klischees.

(ft)