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Erkrath: 120 Tiefenbohrungen für Öko-Bürohaus

Erkrath : 120 Tiefenbohrungen für Öko-Bürohaus

Die Soft- und Hardwarefirma Timocom baut für 23,5 Millionen Euro bis 2014 eine neue Zentrale. Dabei wird Erdwärme das Haus im Sommer kühlen und im Winter heizen. Im nächsten Frühjahr stehen die Untersuchungen des Bodens an.

Normalerweise wird Grund und Boden gekauft, um auf ihm zu bauen. Der IT-Dienstleister Timocom nötigt dem Erdreich aber noch seine gesamte Heizung und Kühlung ab. Die 23,5 Millionen Euro teure neue Zentrale an der Bessemer Straße wird ein Öko-Bürohaus werden, das ohne klassische Heizung oder Kühlung auskommt. Eine sogenannte Geothermie-Anlage wird das Gebäude mit Frischluft und mit warmen Temperaturen versorgen. Dazu werden 120 Tiefenbohrungen im Frühjahr auf dem Grundstück angelegt.

Der Baubeginn für die neue Timo-Zentrale ist für März 2013 mit der Erschließung des Baufeldes und den Bodenverbesserungsmaßnahmen vorgesehen. Ab Mai 2013 beginnt dann die Montage des Gebäudes. In dieser Bauphase von etwa fünf Monaten werden etwa 200 Außenwandelemente und etwa 1300 Stahl- und Stahlbetonbauteile für den Komplex verbaut. Der Ausbau des dann stehenden Gebäudes beginnt ab Oktobernächsten Jahres. 2014 wird das IT-Unternehmen dann mit etwa 340 Mitarbeitern vom jetzigen Standort in Düsseldorf endgültig nach Erkrath ziehen.

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Timocom Chief Representative Marcel Frings hofft auf die ökologischen Rahmenbedingungen, die die neue Heiz- und Kühlungsart für das Gebäude hat. Man verbrauche weniger CO2, außerdem sei der neue Standort verkehrstechnisch sehr günstig gelegen. Doch die neue Öko-Kühlung und -Heizung wird auch wirtschaftliche Vorteile bieten. Das Beheizen und Kühlen des Büro-Gebäudes erfolgt per Erdwärme. Über eine Wärmepumpe mit den angeschlossenen Erdwärmesonden wird das vorhandene Temperaturniveau des Untergrundes genutzt.

Dafür wird im März ein Geothermiefeld mit rund 120 Tiefenbohrungen auf dem Grundstück angelegt. Hierbei wird das Erdreich je nach Jahreszeit als geothermischer Energiespeicher genutzt. Das heißt: im Winter als Wärmequelle, im Sommer als Wärmesenke, im Frühling als Kälte- und im Herbst als Wärmespeicher. Beim Kühlbetrieb, der bei modernen Gebäuden einen erheblichen Energiekostenanteil ausmacht, werden die vorgesehenen Räume direkt mit der Temperatur des Untergrundes unter Umgehung der Wärmepumpe gekühlt. Somit fällt in diesem Zeitraum nur der Stromverbrauch für die Umwälzpumpen an.

Die Verteilung der Wärme beziehungsweise der Kälte erfolgt über einen Heiz- und Kühlboden. Die Folge: Die Investitionskosten sind höher als gegenüber einem konventionellen Konzept. Aber: Sie amortisieren sich in einem Zeitraum von zehn bis 15 Jahren, je nach Preissteigerung der Energiekosten in den nächsten Jahren. Dann wird das neue Bürohochhaus von Timocom nur sehr geringe Energiekosten verursachen. Ergänzt wird das Energie-Konzept durch eine mechanische Belüftung mit einer effizienten Wärmerückgewinnung.

(RP/rl)