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Meerbusch: Werber machen Programm

Meerbusch : Werber machen Programm

Joachim von Massow aus Osterath hat es angefangen, Monika Johnen setzt es fort: das "Szenario". Im Dezember erscheint die 100. Ausgabe des Magazins. Grund für die "Macher", an die Anfänge zu erinnern.

Für die erste Ausgabe des Programmheftes "Szenario" hat Joachim von Massow (67) erst mal Schelte bezogen. Seine Tochter spielte bei der Uraufführung von "Othello mit dem Cello" (eine Kooperation von Karl Schmalbach und der Bestsellerautorin Hera Lind) im Wasserturm mit und kam gleich auf die Titelseite (damals noch schwarz/weiß).

"Das hat viele geärgert", erinnert sich von Massow. "Sie haben die erste Ausgabe deshalb zerfetzt." Doch der Profi-Werber, der auch heute der Kulturszene noch verbunden ist, ließ sich nicht beirren. "Es gab Mitte der 90er Jahre lediglich ein vierteljährlich erscheinendes Programmheft, das die Stadt herausgegeben hat. Das fand ich zu wenig und dem kulturellen Angebot nicht angemessen. Ich entwickelte "Szenario."

Die Idee stellte er im Kulturausschuss vor und bekam Lob. "Finanzielle Unterstützung hat es nicht gegeben. Allerdings hat die Stadt ihre Termine bei mir veröffentlicht und dafür bezahlt, wie andere für eine Anzeige", so von Massow, der sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem schnelllebigen Werbegeschäft weitgehend zurückgezogen hat.

Alle zwei Monate kam das Programmheft heraus und lag in öffentlichen Einrichtungen und Kneipen aus. Von Massow sammelte Termine aus den Bereichen Tanz, Theater, Mode, Musik oder Kabarett und vereinte sie in seinem Heft, das sich durch Anzeigen getragen hat.

Meist 15 Seiten bekam er zusammen und druckte sie in 10 000-facher Auflage. 92 Nummern hat er über die Jahre gestaltet, bevor er im Herbst vergangenen Jahres das Heft in die Hände von Monika Johnen (BVZ Werbeagentur) legte. "Ich habe die Lizenz vergeben und bin natürlich weiterhin mit im Boot", so von Massow.

Er begrüßt das neue Konzept, das Johnen dem Blatt gegeben hat. "Wir haben die Auflage auf 43 000 erhöht", berichtet Johnen, "und die Optik aufgepeppt." Außerdem gebe es deutlich mehr Seiten. Auch das Verbreitungsgebiet hat die Geschäftsfrau ausgeweitet und Kaarst mit einbezogen. "Das Magazin erscheint nach wie vor alle zwei Monate", erläutert sie ihre Vermarktungsstrategie.

Am 2. Dezember kommt das 100. Heft heraus. Auf Unterstützung der Stadt kann "Szenario" nicht bauen. "Als Dieter Spindler Bürgermeister wurde, hat die Stadt wieder ihren eigenen Kalender publiziert", so von Massow. Johnen hofft jetzt auf ein Vorwort seitens der Stadtspitze, wie diese es für die Konkurrenz aus Kaarst "Was ist los in . . ." geschrieben hat.

(RP)