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Meerbusch: Neue Pläne für die Böhlersiedlung in Büderich

Wohnen in Meerbusch : Die Böhlersiedlung soll schöner werden

Mit Neubauten möchte die GWH eine Mischung der Bewohner erreichen und die Siedlung in Büderich stabilisieren. Der Böhlerhof soll mit einem Café zum Mittelpunkt des Quartiers werden. Auch Stellplätze für E-Bikes sind denkbar.

Die Böhlersiedlung wurde in den 1950er Jahren für mehr als 3000 Mitarbeiter der Firma Böhler gebaut. 2011 hat die hessische Wohnungsbaugesellschaft GWH weite Teile der Siedlung, die mittlerweile den Namen RheinEck trägt, übernommen und ist Eigentümerin von 859 Wohnungen. Bereits vor etlichen Jahren hatte sie einen Ausbau geplant. Die Pläne stießen bei der Stadt auf Ablehnung. Nun unternimmt die GWH einen neuen Anlauf, das Wohngebiet aufzuwerten und sucht dabei den Schulterschluss mit der Stadt.

„Wir befinden uns seit anderthalb Jahren im kontinuierlichen Austausch“, erklärte Dominik Serfling vom beauftragten Büro Innovation City Management im Planungsausschuss. Ziel sei es, das Quartier sozial zu stabilisieren durch eine Aufwertung des Umfelds und einige Neubauten. Zurzeit handelt es sich noch um eine informelle Planung, die konkretisiert werden muss. Für die Fortsetzung der Arbeit benötige man aber die Zustimmung der Politik, erklärte Serfling.

 Die Wohnungsbaugesellschaft GWH will die Böhlersiedlung in Büderich umgestalten.
Die Wohnungsbaugesellschaft GWH will die Böhlersiedlung in Büderich umgestalten. Foto: Sonja Schmitz

Als eine wichtige Maßnahme zur Besserung der Aufenthaltsqualität soll der Böhlerhof zu einem Ort ausgebaut werden, an dem sich die Menschen begegnen. „Der Böhlerhof ist der zentrale Ort und das Herz des Quartiers“, sagt Serfling. Dort ist das Quartiersbüro angesiedelt. Davon abgesehen, bietet der Platz aber bislang keinen Grund, sich dort zu treffen. Die versiegelte Fläche wird als Parkraum genutzt. Ein Quartierscafé und Sitzgelegenheiten seien hier vorstellbar, einmal die Woche könnte ein Food Truck kommen, erklärte Serfling. Da der Böhlerhof in städtischer Hand ist, könnten für die Aufwertung Fördermittel beantragt werden, die GWH würde dies darüber hinaus finanziell unterstützen. Für Neubauten würde zum Teil auch bereits versiegelte Fläche genutzt, beispielsweise sollen auf einem alten Garagenhof Wohnungen entstehen. Allerdings müssten 36 Bäume gefällt werden, für die 90 Bäume gepflanzt würden. Die Neubauten möchte die GWH nicht mit sozialer Bindung anbieten, um auf diese Weise eine Mischung der Bewohner zu schaffen. Dies sei auch vom Bauministerium NRW für gut befunden worden, wo man gemeinsam das Projekt vorgestellt hatte, erklärte Serfling. Dafür soll in den Bestandswohnungen für 30 Prozent der Fläche der Neubauten eine soziale Bindung geschaffen werden, insgesamt 35 Wohnungen. Derzeit sind 60 Prozent des Bestands Sozialwohnungen, deren Bindung aber in den kommenden Jahren ausläuft.

Für das Mobilitätskonzept möchte die GWH die Bewohner befragen, zum Beispiel inwieweit E-Bikes genutzt werden, um geeignete Stellplätze zu schaffen. Für die Autos würden zum Teil Tiefgaragen angeboten, aber auch neue Parkplätze im Straßenraum ausgewiesen. Für eine energetische Versorgung des Quartiers sei man mit den Stadtwerken im Gespräch. Im Planungsausschuss wurden die Pläne begrüßt. Die SPD hatte Bedenken, dem Konzept zuzustimmen. Fraktionsvorsitzende Nicole Niederdellmann-Siemes sprach sich dafür aus, eine gemeinsame Sitzung mit dem Sozialausschuss anzuberaumen, um den sozialen Aspekt eingehender zu prüfen. Dies sei aufgrund der Größe der Versammlung unter Corona-Bedingungen schwierig, erklärte der Vorsitzende des Planungsausschusses, Werner Damblon. So einigte man sich darauf, dass Vertreter der GWH das Konzept im Sozialausschuss ebenfalls vorstellen sollten und dort eine Absichtserklärung beschlossen werden solle. Vom Planungsausschuss gab es grünes Licht, an dem Konzept weiterzuarbeiten.