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Meerbusch: Spaziergänger haben am Sonntag ein verletztes Reh gefunden

Nierst: Rehbock von Hunden gehetzt : Verletzter Rehbock erholt sich im Stall

Ein oder mehrere Hunde sollen das Tier am Sonntag gehetzt und an Hals und Geweih gebissen haben. Eine Spaziergängerin entdeckte das Wild und alarmierte den Nierster Jäger Hans-Peter Hannemann.

(ena) Der junge Rehbock liegt noch immer erschöpft im Stroh auf dem Hof Grotenburg in Nierst und erholt sich allmählich. Am Montagmorgen hat Tierarzt Jens Diel das verletzte Tier zuletzt im Stall untersucht und ist optimistisch, dass es bald wieder in Freiheit entlassen werden kann. Dabei war das Jungtier am Sonntag dem Tod näher als dem Leben, erzählt Jäger Hans-Peter Hannemann.

Er war es, der am Sonntag von einer Spaziergängerin alarmiert worden war. Die hatte das Tier in dessen Nierster Jagd gefunden. „Der Rehbock lag mitten im Feld und hatte Bisswunden am Hals und am Geweih“, so Hannemann. Tierarzt Diel fuhr direkt raus und kümmerte sich um das verletzte Tier. Er bestätigte auch, dass die Verletzungen durch Hundebisse entstanden sind. Schlimmer noch als die Bisse sei für das Reh allerdings die Hetze gewesen. Hannemann: „Das Tier war so erschöpft, dass es lebensgefährliche Kreislaufprobleme hatte.“

Hannemann ist dankbar, dass die Spaziergängerin ihn so schnell alarmiert und Willi Grotenburg den Stall zur Verfügung gestellt hat. „Auch Jens Diel hat sich unheimlich fürsorglich um den Rehbock gekümmert.“ Für ihn ist der Vorfall aber auch Anlass, erneut an alle Hundehalter zu appellieren, ihre Hunde anzuleinen und in den Meerbuscher Wäldern und auf den Feldern nicht frei laufen zu lassen. Geschieht das nicht und reißt der Hund ein Wildtier, dann gilt das als Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld ab 300 Euro aufwärts fällig ist. Immer wieder gebe es Probleme mit streunenden Hunden, die ihrem Jagdinstinkt folgten, berichtet Hannemann. Oft seien es Hundebesitzer aus benachbarten Städten, die ihren Tieren auf den ländlichen Flächen in Nierst mal so richtig Auslauf gönnen wollen. „Aber obwohl Wald, Wiesen und Felder wie eine große Tobefläche wirken, gelten auch dort Regeln.“

(ena)