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Gärtnerin aus Meerbusch ist im Verein "Natur im Garten" aktiv

Umweltschutz in Meerbusch : Eine prächtige Gartenoase ganz ohne Chemie

Vera und Jupp Jentjens aus Osterath haben als erste Meerbuscher die Plakette des Vereins „Natur im Garten“ erhalten. Dessen Ziel sind Gärten, die ohne Torf und Pestizide gedeihen.

Natur im Garten. Das ist eigentlich selbstverständlich. Doch bei der Definition, was es eigentlich bedeutet, im Garten die Natur zu hegen und zu pflegen, gehen die Meinungen auseinander.

Muss man einen Kompost haben, ein Bienenhotel und einen Laubhaufen für Igel und Insekten? Darf der Rasen abgezirkelt und mit Dünger aufgepäppelt werden? Sollte man das Regenwasser nutzen? Welche Stauden und Büsche sind für einen Hausgarten geeignet? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich der Verein „Natur im Garten“, der bereits vor 22 Jahren in Österreich gegründet wurde, aber erst im vergangenen Jahr auch einen Ableger in Nordrhein-Westfalen gefunden hat. Vera Jentjens aus Osterath war beim Gründungstreffen am Rande der Landesgartenschau Kamp-Lintfort mit dabei und ist inzwischen 2. Vorsitzende. Außerdem erhielten sie und ihr Mann Jupp als erste Meerbuscher die Plakette „Natur im Garten“ verliehen.

Die engagierte Gartenfreundin öffnet jedes Jahr bei der „Offenen Gartenpforte“ ihre Wohlfühloase, direkt neben dem von ihrem Sohn geführten Gartencenter. Die Natur ist ihr Lebenselixier. „Die Grundidee von ‚Natur im Garten‘ ist das Gärtnern mit der Natur“, erklärt sie. Chemisch-synthetische Dünger, Pestizide und Torf gehören definitiv nicht dazu. „Ich reichere meinen Garten mit natürlichen Elementen an, lasse Laub liegen, mache abgeschnittenes Astwerk klein und streue es direkt darunter auf die Beete“, erklärt Jentjens. Aus Brennnessel und Rasenschnitt lasse sich Jauche zum Düngen und Spritzen ansetzen.

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Ein aufgeräumter Garten sei das Schlimmste für die Natur, sagt sie. Es dürfe ruhig ein bisschen wild aussehen, so die Gartenfreundin. „Man sollte sich nicht davor scheuen, auch Wildwuchs zuzulassen oder einmal den hinteren Bereich des Rasens einfach wachsen zu lassen. An Gänseblümchen und Löwenzahn, aber auch an anderen Pflanzen erfreut sich Kleingetier, das wiederum Vögeln als Nahrung dienen kann.

Der Verein legt großen Wert auf die ökologische Gestaltung eines Gartens, der die Vielfalt und Klimaanpassung fördert. Ein Tipp: Eine vielfältige Wildstrauchhecke erfreut nicht nur den Menschen das ganze Jahr über mit ihrer Blütenvielfalt, ihren Früchten und bunten Farben im Herbst. Sie ist außerdem ein wichtiger Lebensraum für Insekten, Vögel und Säugetiere, denen sie Unterschlupf und Nahrung bietet. Besonders wertvoll seien heimische Gehölze, denn sie sind besonders gut an den Standort angepasst.

Dass es auch ohne Chemie prächtig wächst, kann jeder Besucher im Garten der Jentjens feststellen. Aber natürlich hat nicht jeder Gartenliebhaber das nötige Know-how. Der Verein „Natur im Garten“ hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, mit Fachberatern vor Ort Tipps zu geben, wie ein naturnaher Garten aussehen könne, und verleiht bei Erfüllung der Kriterien die Plakette „Natur im Garten“. Dabei kommt es nicht auf die Art des Gartens an, sondern darauf, dass er umweltschonend bewirtschaftet wird. Wenn dann ein Garten die wichtigsten Naturgarten-Kriterien erfüllt, bekommt man bei einer Gartenbesichtigung die Plakette „Natur im Garten“ verliehen.

Jentjens wirbt dafür, zudem dem Verein beizutreten, denn dieser beinhalte ein ganzes Netzwerk an Gartenfachleuten, die jedem Mitglied mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der Verein gibt außerdem Broschüren heraus, veranstaltet Vorträge und Workshops. Dabei geht es nicht nur um private Gärten. Auch Firmen und Kommunen mit öffentlichen Parks können Mitglied werden und ihren Teil zum Schutz des Klimas beitragen. „Garten ist nicht nur Arbeit, sondern Freude“, sagt Vera Jentjens. Gerne stelle sie ihren Liegestuhl einmal vor einem Insektenhotel auf und beobachte entspannt das Treiben der Nützlinge.