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Das Wochenende: Die Künstlergruppe "No Identities" stellt im Güterbahnhof aus

Das Wochenende : Die Künstlergruppe "No Identities" stellt im Güterbahnhof aus

Die Freunde Uwe Manthey, Michael Huckert und Martin Theis zeigen Foto-, Mal- und Objektkunst.

Eines haben die drei Künstler gemeinsam: Sie verzichten auf eine eindeutige Identität und legen sich nicht auf bevorzugte Motive fest. Folgerichtig haben sich Michael Huckert, Uwe Manthey und Martin Theis unter der Bezeichnung "No Identities" zusammengeschlossen. Im Alten Güterbahnhof liefern sie jetzt bei ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung den Beweis dafür, wie viel Spielraum eine derartige Gruppierung bietet.

So nutzt Uwe Manthey die künstlerische Freiheit, um an das früher von ihm bediente Genre Film per Fotografie anzuknüpfen. Kühl, klar und dennoch anrührend wirken die Szenen, in denen menschliche Begegnungen stattfinden. Der in Düsseldorf lebende Fotokünstler nimmt auch das vor die Kamera, "was ich in der Stadt so sehe". Er betont: "Ich möchte Bilder machen, keine Fotos." Raffinierte Blickwinkel mit Spiegelungen in Schaufenstern oder auf Werbeflächen geben dem Betrachter Spielraum für eigene Sichtweisen.

Und das ist bei den Arbeiten von Michael Huckert nicht anders: Er lebt in Solingen und studierte bei Gerhard Richter an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei. Die Arbeiten, die im Güterbahnhof zu sehen sind, vereinen bildliche und plastische Techniken, erinnern stark verfremdet an exotische Kulturen. Entsprechende Figuren stehen im Mittelpunkt, umgeben von unterschiedlich dicken, farbigen Passepartout-Schichten: "Das verändert sich immer wieder – bis der Punkt kommt, an dem ich weiß, es ist fertig." Huckerts Figuren werden zu Zwitterwesen und gemeinsam mit dem spannenden plastischen Umfeld von schweren Bildträgern gehalten.

Martin Theis schließlich setzt fast zart anmutende Kontraste. Puppenhafte kleine Ton-Figuren, glänzend, stumpf oder rau, demonstrieren anhand fehlender Extremitäten ihre Seelen-Deformation, "verursacht durch ihre duale Lebensexistenz". Der im Atelier am Schweinheimer Weg arbeitende Meerbuscher Künstler zeigt auch "Wesenskerne". So nennt der Erwin-Heerich-Schüler Speckstein- oder Alabasterobjekte, ästhetisch anzusehen und Fantasie anregend. Die Welle mit ihren Vor- und Zurückbewegungen bildet das Grundmodell: "Daraus kann alles entstehen; Spiralen, Berge, tierartige Gebilde, Blüten oder Muscheln." Damit zeigen die Drei, die sich aus Akademie-Zeiten kennen, Kunst aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit ganz viel Raum für eigene Interpretationen.

Die Ausstellung wird heute um 18 Uhr im Alten Güterbahnhof an der Ladestraße 3 eröffnet. Danach ist die Werkschau am Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr zu sehen.

(RP)