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Meerbusch: Sicher auf den Straßen in Meerbusch unterwegs

Meerbusch : Sicher auf den Straßen in Meerbusch unterwegs

Mit einem Aktionsstand auf dem Marktplatz in Büderich informierte die Polizei gestern über Verkehrssicherheit

Wie muss man den Helm richtig einstellen? Was muss man tun, bevor man die Straße überquert? Wie lange ist der Bremsweg eines Autos bei 50 Kilometer pro Stunde? Diese und ähnliche Fragen beantworteten drei Verkehrssicherheitsberater der Kreispolizei allen Interessierten gestern von 9 bis 13 Uhr auf dem Dr. Franz-Schütz-Platz in Büderich.

"Wir haben Info-Broschüren, Rätsel und Malbücher zum Verkehr dabei, um Kinder neugierig zu machen", sagte Verkehrssicherheitsberaterin Sabine Porrio. Neben dem Platz in Büderich befindet sich die St. Mauritius-Schule, aus der gegen zwölf Uhr Jungen und Mädchen von der ersten bis zur vierten Klasse strömten. "Dadurch erreichen wir auch die Eltern, da sich die Kinder zu Hause mit dem Material beschäftigen." Die Eltern spielten bei der Verkehrsbildung eine entscheidende Rolle: "Als Vorbilder sollten sie ihrem Nachwuchs stets die richtigen Verhaltensweisen nahelegen", sagt die Beamtin.

Mit der Aktion, die als präventive Maßnahme gedacht ist, waren nicht nur diese beiden Zielgruppen angesprochen. Porrio erklärte: "So müssen Autofahrer in jedem Alter auf die jungen Verkehrsteilnehmer verstärkt Rücksicht nehmen."

Die Beamten legten bunte Stoffrollen aus, um zu illustrieren, was passiert, wenn jemand unerlaubterweise 50 statt 30 km/h fährt. Auf der nachgebauten Fahrbahn befand sich noch ein Kinderfahrrad, vor dem in echten Situationen rechtzeitig gehalten werden müsste. Verglichen wird der Anhalteweg, der sich aus Reaktionsweg (gelb) und Bremsweg (grün) zusammensetzt. Verkehrssicherheitsberater Jürgen Kreuels erklärte: "Bei 30 km/h kommt der Fahrer nach 13,30 Meter zum Stehen – somit vor dem Kind." Bei 50 km/h steht er erst bei 27,70 Meter. "Und der Unfall ist passiert."

Die farbigen Strecken machten einige Menschen auf die Aktion aufmerksam, doch viele gingen unbekümmert vorbei. "Das Interesse könnte größer sein", sagte Porrio. "Wir nennen das auch den ,Mythos der Unverletzlichkeit'." Damit sei gemeint, dass Eltern ihre Kinder oft mit dem Auto zur Schule fahren und ständig behüten. "Sie glauben, ihre Kinder seien bestens geschützt." Doch sobald diese im Verkehr auf sich alleine gestellt seien, werde schnell klar, dass die notwendige praktische Erfahrung fehle.

(RP)